Montpelliers, Gorges de l’Herault und der erste Schnee

16 NOVEMBER 2013, 18:20
Montpellier, die Hauptstadt dìeser Region mit ca 250 000 Einwohnern, konnten wir von unserem Stellplatz mit dem Fahrrad weitgehend autofrei erreichen. Wir waren schon einmal hier, ich mag diese Stadt, sìe wirkt so modern und dynamisch, trotz der wunderschönen Altstadt. Das liegt wohl auch an der Universität mit ihren 60 000 Studenten. In den 80er Jahren wurde ein ganz neuer Stadtteil gebaut, Antigone, eine konsequent symmetrische Anlage mit Säulen, Friesen, Giebeln, die an die Architektur antiker Tempel erinnert. Die Hauptachse soll wohl an die Champs-Elysées erinnern, Restaurants und Geschäfte reihen sich aneinander. Bis zum kleinen Fluss Lez zieht sich das Viertel hinunter, gekrönt vom verglasten Triumphbogen des Regionalparlamentes, typisch französisch.
Bei der Hinfahrt hatten wir eine Reifenpanne, die uns einige Zeit gekostet hat (aber selbstverständlich hatten wir Flickzeug dabei). So blieb nur noch Zeit für den Place de la Comédie, ein großartiger, weitläufiger Platz, wo man einfach nur im Café sitzen mag und schauen.Die prachtvolle Opéra, wunderschöne Paläste, jede Menge Straßenkünstler, hier pulsiert das Leben. Und ich war sicherlich nicht das letzte Mal hier.

Inzwischen hatte sich unser Stellplatz ziemlich geleert. Die Franzosen hatten am Montag einen Feiertag, das erklärt den Trubel vom Wochenende. Das Wetter schlug um, es wurde kühler, Zeit für uns, nach einem letzten Ruhetag mit Strandspaziergang, weiter zu fahren.
Ziel waren die Gorges de l’Herault, die der Fluss ins Gebirge gegraben hat. Eindrucksvoll beginnt die Schlucht am Pont du Diable, der Teufelsbrücke, eine tausendjährige Brücke. Einige Kilometer weiter kommt man nach St-Guilhem-le-Désert, ein Klosterdorf, das sich in ein Seitental hineinzieht. Leider war alles so eng, dass wir keinen Parkplatz finden konnten, Erich blieb bei einer Bushaltestelle stehen und ich bin kurz allein durchs Dorf gelaufen. Wäre es nicht so kalt geworden, hätten wir weiter außerhalb geparkt und wären mit den Rädern gefahren, nächstes Mal. Unendliche Kurverei brachte uns hinauf auf die Hochfläche und irgendwo fanden wir einen CP, der noch geöffnet hatte. Dort standen wir dann ganz allein…
Mit weiterer Kurverei durchs Gebirge ging es weiter zum nächsten highlight, die Cirque de Navacelles. Der Fluss Vis hat sich wie mit einem gewaltigen Bohrer in das Karstgestein gefräst. Von Aussichtspunkt sieht man 300m unter sich das kleine Dorf, rundherum von Felswänden umgeben. Obwohl wir nur 600m hoch waren, war es saukalt, nur noch 5 Grad, und windig. Die erhoffte Wanderung in diesem Gebiet haben wir deshalb auch nicht machen wollen.
Wir sind am Nachmittag noch bis kurz vor Béziers gefahren, raus aus dem Gebirge. Auf Empfehlung fuhren wir zu einem privaten Stellplatz, der von einem Deutschen auf seinem Privatgrund angeboten wird. Zum sehr herzlichen Empfang gab es einen Krug Rotwein und viele Tipps für die Gegend. In der Ferne sahen wir die Berge der Cevennen, tatsächlich schon schneebedeckt, und hier unten fing es an zu regnen.
So kalt hatten wir es uns nicht vorgestellt. Mal sehen, wie lange unser Gasvorrat reicht, denn davon hängt auch die Länge unserer Reise ab.

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