Weltnaturerbe Höga Kusten

Dieses interessante Küstengebiet wollte ich schon immer einmal kennenlernen, und da wir noch etwas Zeit haben und es quasi am Weg liegt, bleiben wir einige Tage in der Gegend.

Erst nach der letzten Eiszeit entstand diese Küste, nach dem Abschmelzen der Eismassen begann sich das Land zu heben, zahllose Inseln entstanden und die Küste ist heute bis zu 286 m hoch. Und die Küstenlinie steigt weiter, jedes Jahr um einen knappen Zentimeter. Es ist die weltweit höchste Landhebung, deshalb Weltnaturerbe?

Wir sind die letzten Tage viel gefahren, deshalb brauchen wir erst einmal wieder einen CP. Wir fahren am Skuleberget, der höchsten Erhebung, vorbei, er muss noch etwas auf uns warten, verlassen die E4 Richtung Meer und finden bald einen kleinen CP., nur 12 Plätze, alle mit Meerblick, so ganz nach unserem Geschmack.

Trotz Hochsaison ist der Platz nicht voll. Es gibt keine Rezeption, nur eine Telefonnummer und einen Schlüssel für den Stromkasten kann man sich aus einem Briefkasten nehmen. Dennoch gibt es ein neu renoviertes Servicehaus, natürlich auch Waschmaschine und Trockner, genau das brauchen wir.

Das Wetter hat sich endlich besonnen, die Sonne meint es gut mit uns. Unsere Räder wollen mal wieder bewegt werden. Bis zum Ende der Halbinsel ist es nicht weit, nur 6km, aber immer bergauf und bergab, und viele Lupinen am Wegesrand.

,Wir landen an dem kleinen Hafen Norrfällsviken, hier scheint sehr viel mehr los zu sein.

An der  Nordseite der Halbinsel gibt es einen wunderbaren Sandstrand mit glasklarem Wasser, ich könnte sofort hineinspringen. Aber irgendwie ist niemand im Wasser, warum wohl?

Der Parkplatz im Wald wäre auch durchaus für eine Übernachtung geeignet. Wir fahren zurück zum Hafen und genehmigen uns eine Pizza und ein Fassbier, die Preise lassen es ja wieder zu. Das Restaurant ist gut besucht, gutes Wetter und Sonntag. Den Nachmittag verbringen wir auf unserem CP, schön mal nichts zu tun.

Die unmittelbare Umgebung des CPs lädt zu Spaziergängen ein, schaut selbst.


Nach diesen erholsamen Tagen zieht es uns zum Skuleberget. Zunächst fahren wir zum Naturum und erhalten dort beste Informationen zum Nationalpark. Vor dem Aufstieg vespern wir noch, und dann…regnet es. Hatten wir doch schon, oder? Ein kräftiger Schauer, dann ist es zum Glück vorbei und wir können aufsteigen. Da wir mit dem Sessellift zurückfahren wollen, wählen wir den Weg der dort beginnt. Er ist wohl ziemlich neu angelegt, kaum ausgetreten, aber bestens bezeichnet.

Wir kommen ganz schön ins Schwitzen, aber bereits nach 45 Minuten sind wir oben. In der Gipfelhütte gibt es erst einmal Kaffee und frische Waffeln.

Und inzwischen hat sich auch die Sicht gebessert, der Aufstieg hat sich gelohnt.

Tja, so ist es natürlich bequemer.
Für den nächsten Tag haben wir eine Wanderung im Nationalpark Skuleskoget, eine ausgedehntes Waldgebiet, geplant. Wir fahren deshalb gleich zum Parkeingang, und dort können wir auch übernachten, so sind wir am nächsten Morgen gleich vor Ort.

Eine sehr schöne Wanderung! Unser Ziel sind zwei kleine Inseln, die aber durch Landhebung zu Halbinseln geworden sind. Es geht durch ziemlich dichten Urwald, viele Wurzeln und Steine, aber relativ eben.

Das eigentlich nahe Meer können wir nur an wenigen Stellen sehen. Nach gut einer Stunde erreichen wir eine Schutzhütte, in der man auch übernachten könnte,  vier Betten, ein kleiner Aufenthaltsraum. Ein Stück Sandweg, wo man sich gut den ehemaligen Meeresgrund vorstellen kann,

und schon sind wir auf der ersten Insel,  überqueren diese und kommen auf die nächste. Und hier ist dann mal wieder landsend und wir lassen uns zu einem Picknick nieder.

Wir wollen nicht den gleichen Weg zurück nehmen,  es gibt eine Alternative. Und dieser Weg ist viel spannender! Es geht aufwärts, zunächst gemütlich, aber dann kommt eine Steilstelle, eine Rinne, durch die man hinaufklettern muss. Nur mit Hilfe beider Hände schaffe ich die großen Felsblöcke.

Glücklicherweise steigen wir hoch,  abwärts wäre noch viel schwieriger. Oben werden wir dann mit einer großartigen Aussicht belohnt, es geht über flache Felsplatten und bald kommen wir an einen See, der absolut zum Baden einlädt, naja, bei wärmeren Wetter.

Auch hier eine Hütte und etliche Picknickplätze, die auch genutzt werden. Holz gibt es genug, liegt schon vorbereitet da. Auf dem Rückweg entdecke ich diese wunderschöne Orchideen.

Der Weg führt an einem weiteren See entlang (leider keine Promenade, sondern sehrr steinig). Es geht abwärts, an einem Bach entlang, sogar noch ein kleiner Wasserfall und irgendwann, nach insgesamt fast fünf Stunden, sind wir wieder am Womo, müde, aber soo glücklich. Noch eine Nacht wollen wir in diesem finsteren Wald nicht verbringen, wir fahren noch ein Stück bis zur E4 und nehmen ziemlich wahllos den nächsten CP, eine Dusche ist fällig.

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