Levanto, das 6. Dorf der Cinque Terre

Nein, Levanto ist natürlich eine Stadt, hat immerhin 6500 Einwohner, aber man fühlt sich hier wie in den Cinque Terre, sie sind ja auch zu Fuß erreichbar, aber davon später.

Wir sind jetzt schon fast 10 Tage hier, und es wird uns nicht langweilig. Hauptthema ist mal wieder…das Wetter! Norditalien erlebt ja gerade eine der größten Wetterkatastrophen mit bereits über 30 Toten, schrecklich. Aber darüber will ich nicht berichten, wir sind noch ganz gut davon gekommen. Geregnet hat es meistens nachts, und immer wenn wir beschlossen haben zu fahren, schien am nächsten Morgen die Sonne vom blauen Himmel und wir sind geblieben, weil man hier doch so viel unternehmen kann. So oft wir auch durchs Städtle gehen, wir entdecken immer etwas Neues. Anfangs zog es uns immer zum Strand, Wellen schauen. Bei den Temperaturen könnte man ja noch baden…aber die Wellen! Das freut die Surfer natürlich, und denen kann man von einer Strandbar aus wunderbar zuschauen. Inzwischen ist am Strand alles geschlossen und wir streifen gerne durch die Gassen.

Die Stadt hat noch eine recht gut erhaltene Stadtmauer mit einigen Türmen, z.B. den Uhrenturm in der Nähe des CP, der nachts doch manchmal etwas nervt.

Viele Treppenwege erschließen die höher gelegenen Ortsteile, auf einem der Wege kommt man zur Kirche St. Andrea aus dem 13. Jhdt., deren Turm weithin sichtbar ist mit seinen schwarz-weißen Streifen.

Auffallend ist auch der alte Bahndamm, der die Stadt vom Strand abtrennt.

Bis in die 70er Jahre fuhr die Eisenbahn mitten durch die Stadt, ehe die Trasse weiter ins Hinterland verlegt wurde. Heute fahren hier Autos. Und was macht man mit den alten Tunnel, die sich an der Küste entlang ziehen? Fahrradwege! Ich war ja schon recht häufig in Levanto, das letzte Mal allerdings vor ca. 15 Jahren, da gab es die Radwege noch nicht, da musste man noch mühsam über einen kleinen Pass laufen, um ins Nachbardorf Bonassola zu kommen.

Da das Wetter so unbeständig war, trauten wir uns keine längeren Wanderungen zu machen. Deshalb waren wir dreimal in Bonassola, aber immer verschiedene Wege. Einmal durch den Tunnel hin und zurück, da ist es bei Regen auch trocken, einmal zu Fuß über den Pass, einmal mit dem Rad über einen längeren Umweg, mit einer rasanten Abfahrt, vorbei an der Kirche San Georgio.

Und falls es geregnet hätte, wären wir durch den Tunnel sehr schnell wieder in Levanto beim CP. Man kann übrigens noch weiter durch die Tunnel bis Framura fahren. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze offene Strecken mit Ausblicken aufs Meer. In Framura gibt es einen großen Fahrradverleih und einen netten kleinen Hafen. Ins Dorf kommt man allerdings nicht so einfach, es sei denn man trägt sein Fahrrad die Treppen hinauf.

Da wir ja gerade so fit mit unseren Rädern sind, haben wir uns auch eine Fahrt ins Hinterland zugetraut. Über den Colla di Gritta fuhren wir zum Sanctuario Nostra Signora di Soviore, über 400 Höhenmeter haben wir bezwungen. Jetzt in der Nachsaison ist kaum Verkehr auf den kleinen Straßen, im Sommer ist es sicherlich anders. Dafür war leider hier oben schon absolut tote Hose, Kirche und Restaurant geschlossen, keine Menschenseele mehr.

Aber die Aussicht hinunter auf Monterosso und das Meer gibt es das ganze Jahr. Unten am Pass haben wir immerhin noch ein Sandwich bekommen, das liebloseste ever. Die anschließende Abfahrt war rasant, diesmal sind wir durch und nicht um das klein Dörfchen Legnaro gefahren, Straßenbreite 1,5m, breit genug für unsere Räder und zurück zur Hauptstraße mit bis zu 20% Gefälle! Aua meine Hände!

Und gestern war es dann endlich so weit, dass wir nach Monterosso laufen konnten. Der Wetterbericht versprach uns einen regenfreien Tag, eine kleine Seltenheit in diesem Jahr. Der Weg war gut begehbar, anfangs Treppenstufen, dann teilweise etwas ausgesetzt mit schönen Ausblicken aufs Meer.

Nach knapp zwei Stunden erreichten wir das Kap Punta Mesco mit seiner alten Ruine und der ehemaligen Marinestation.

Der Abstieg nach Monterossa über viele Treppenstufen war problemlos, aber anstrengend und unten genehmigten wir uns erst einmal ein Bier und etwas zu essen. Durch einen Tunnel kommt man in den älteren, schöneren Ortsteil. Die Straße war jedoch wegen Erdrutschen und Steinschlag gesperrt…der Regen…! So sind wir gleich zum Bahnhof und der nächste Zug brachte uns in 4(!) Minuten zurück nach Levanto. Drei Stunden hin…4 Minuten zurück, sind wir blöd?

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