Manchmal muss man länger bleiben…

Ach ja, Benicassim! Jetzt waren wir zum wiederholten Male hier, es gefällt uns immer noch. Aber so lange, jetzt schon drei Wochen, wollten wir eigentlich nicht bleiben. Vor 10 Tagen begann bei mir ein Zahn zu rumoren. Da ich Anfang April zuhause einen Zahnarzttermin habe, dachte ich mir, dass ich die Zeit mit ein paar Schmerztabletten überbrücken kann. Aber vier Wochen Schmerztabletten? Es wurde immer schlimmer, und so blieb mir der Gang zum Zahnarzt in Spanien nicht erspart. Ich hatte Glück, im Ort gibt es eine sehr gut deutsch sprechende Zahnärztin, und ich konnte auch gleich da bleiben. Eine Zahnwurzelbehandlung war notwendig, leider etwas aufwändig und schmerzhaft… Drei Tage später wurde die provisorische Wurzelkanalfüllung entfernt und endgültig versiegelt, noch mal ordentlich im Zahn rumstochern! Aber jetzt ist alles gut und wir können hoffentlich den Monat März noch genießen.

Natürlich haben wir auch immer wieder kleine Aktivitäten unternommen, z. B. in die nächstgelegene größere Stadt Castellon, wo jeden Montag ein riesiger Markt stattfindet. Die Rückfahrt führte über Grau de Castellon, der Hafenvorort am Meer mit schöner Promenade.

Und immer mal wieder eine Wanderung in die nahen Berge, z.B. zur Ermita de Santa Agueda

oder hinauf zum Agulles de Santa Agueda, meine Lieblingstour, weil man hier so ein wenig Alpengefühl bekommt. Die Wege sind recht steinig und knochig, manchmal durchaus ausgesetzt, gutes Schuhwerk ist unbedingt empfehlenswert.

Gestern war noch mal eine etwas größere Radtour dran, zunächst auf ebenem Radweg Richtung Castellon zur Ermita de La Magdalena und Ruine Vell. Die Kapelle selbst ist geschlossen, aber sie liegt auf einem isolierten Hügel und von der Burgruine hat man quasi Rundumsicht.

Da wir noch Lust hatten weiter zu fahren, sind wir hinauf zur Deserta de les Palmes gefahren, immerhin noch fast 400 Höhenmeter. Oben gibt es ein sehr gutes Restaurant, aber es war am Sonntag so voll, dass wir ewig hätten warten müssen. Also gab es nur ein Bier und Tapas und dann ging es rasant hinunter auf bestem Asphalt nach Benicassim.

Tja, und das Wetter? Beinahe langweilig, jeden Tag blauer wolkenloser Himmel. Die Temperaturen waren noch nicht so sehr hoch, auch in Spanien ist der Februar ein Wintermonat. In der Sonne wurden schon mal 20° erreicht, aber morgens und abends war es teilweise empfindlich kalt, ohne Heizung wäre es echt unangenehm.

In den nächsten Tagen werden wir weiter fahren, noch ein Stückchen weiter südlich, mal sehen, was uns erwartet.

( Und irgendwann gibt es auch mehr Bilder…bei besserem Internet)

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Radtour zur Mandelblüte

Ich kann gar nicht genug bekommen von der Mandelblüte, die ich so das erste Mal hier erlebe. Vorgestern haben wir eine Radtour gemacht, zunächst kräftig bergauf in die Desierta, dann durch ausgedehnte Mandelfelder Richtung Oropesa. Die genaue Route könnt hier anschauen.

Von Benicassim zur Mandelblüte oberhalb von Oropesa 16.02.2019 15:29

https://www.komoot.de/tour/t56532310?ref=atd

Aber schaut selbst…

Zunächst nur einzelne Bäume,

dann ganze Felder in rosa

oder weiß.

Zwischendurch kamen wir an einer Quelle vorbei, im Sommer sicher eine angenehme Erfrischung, aber so warm ist es noch nicht.

Und dann begrüßten uns diese netten Kerle

Zurück ging es wieder über die Bahntrasse, aber davon gab es ja schon genug Bilder.

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Im Winter geht nur Spanien

Wir haben den Eindruck lange genug dem Winter getrotzt zu haben, es zieht uns in den Süden und in die Sonne. Die Abfahrt ist dieses Mal gar nicht so einfach, immer wieder schneit es und wir müssen das Womo erst einmal aus seiner Scheune befreien und die Auffahrt räumen.

Auch die Straßenverhältnisse sind nicht sooo einladend.

Deshalb fahren wir am ersten Tag mal wieder nur bis zum altbekannten Stellplatz in Wangen und schließen damit quasi nahtlos an das letzte Jahr an.

Am nächsten Morgen werden wir von hellstem Sonnenschein geweckt, eigentlich könnten wir bleiben und Winterurlaub machen, aber es zieht uns weiter.

Hoffentlich passiert uns nicht sowas.

Zwei Etappen später,- wir haben uns mal wieder für den Transit durch die Schweiz entschieden-, landen wir in Gruissan in Südfrankreich auf dem noch kostenlosen Stellplatz 4vents, wo wir erst einmal einen Tag Pause einlegen. Ein gemütlicher Bummel durch den noch sehr verschlafenen Ort mit seiner Burgruine, ein leckeres Mittagessen, natürlich moules/frites, was auch sonst in dieser Gegend, und ansonsten relaxen und die Sonne genießen.

Und dann haben wir endlich Spanien erreicht. Unser erstes Ziel ist das Ebrodelta, ein riesiges Feuchtgebiet, in dem sehr viele Vogelarten überwintern. Auch landwirtschaftlich wird es intensiv genutzt, es ist das größte Reisanbaugebiet Kataloniens. Noch sind nur wenige Felder geflutet, die meisten liegen noch brach.

Wir sind überrascht, wie voll der Stellplatz schon ist, wir haben den Stellplatz Casa de Fusta ausgewählt. Hier gibt es ein Informationszentrum, naheliegende Vogelbeobachtungstürme und es ist ein guter Startpunkt für eine erste kleine Radtour, die uns um die Lagune…führt. Wir haben nur diesen kleinen Teil des Deltas kennengelernt, es würde sich lohnen länger zu bleiben. Aber wir erhalten einen Anrufe eines Freundes, der auf der Rückfahrt Station in Benicassim macht und uns bereits erwartet.

Und dann kommen endlich die ersten blühenden Mandelfelder neben der Straße! In Benicassim sehen wir natürlich noch viel schönere Mandelblüten…

Jetzt sind wir schon eine Woche hier, die Sonne verwöhnt uns täglich, aber die Abend-und Morgentemperaturen sind noch recht gemäßigt. Unsere ersten kleinen Touren mit dem Rad gingen wie immer auf der ehemaligen Bahnstrecke nach Oropesa, nächste Woche werden wir unseren Radius vergrößern.

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Martinimarkt in Wangen und Hymermuseum in Bad Waldsee

Seit Jahrhunderten findet am Montag nach dem Martinstag in Wangen ein sehr großer Markt statt. Wir haben gestern Abend Plakate gesehen und da wir noch Zeit haben, spontan beschlossen noch einen Tag hier zu bleiben, zumal das Wetter phantastisch ist.

Die gesamte historische Innenstadt ist gesperrt, die Verkaufsstände reihen sich aneinander, von Socken, Mützen, Kleidung bis Werkzeug, Süßigkeiten etc. ist alles zu haben.

Natürlich waren wir schon oft auf solchen Märkten, aber dieser war besonders groß und die Atmosphäre in der mittelalterlichen Stadt außerordentlich. Und dazu das sonnige, milde Novemberwetter! Wir ergatterten einen der wenigen sonnigen Plätze draußen vor einem Café, wo wir uns ein Bier und ein Aperol Spritz schmecken ließen. Warum waren wir eigentlich in Italien?

Am nächsten Tag hat sich das gute Wetter leider schon wieder verzogen, jetzt haben wir Schmuddelwetter, gerade richtig für einen Museumsbesuch. Schon immer wollten wir mal ins Hymermuseum, als langjähriger Camper und Wohnmobilist sollte man das mal gesehen haben. Bis Bad Waldsee ist es nicht weit, aber auf der kleinen Landstrasse mit vielen Kurven zieht es sich doch ziemlich. Selbstverständlich hat das Museum einen großen Womoparkplatz ( aber ohne V/E), und in dieser Jahreszeit sind auch nicht viele Besucher da. So können wir in aller Ruhe in die Welt der alten Caravans und der ersten Wohnmobile eintauchen und unsere eigenen Erinnerungen auffrischen.

Mein erstes Wohnmobil stand 1982 vor der Tür, ein VW-Bus mit Westfalia-Ausbau aus dem Jahr 1974, sieht man heute noch manchmal auf der Straße.
Übernachtet haben wir dann auf dem SP in Bad Waldsee, großzügige Parzellen mit Strom. Eigentlich wollte ich noch ins nahe Thermalbad, war aber dann doch zu müde.

Ehe wir am nächsten Tag endgültig heim fahren noch ein kleiner Bummel durch das hübsche Städtchen Bad Waldsee, aber zu kalt zum Fotografieren, und der See liegt still und schweiget…

Zuhause empfing uns eine eiskalte Hütte. Da wir früher zurück waren als geplant, hatte sich die Heizung noch nicht wieder eingestellt, knapp 10 Grad drinnen sind nicht so prickelnd.

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Schwerlastabgabe…gar nicht so leicht zu bekommen

Gestern sind wir dann doch aufgebrochen Richtung Heimat, nach einigen schönen Tagen ist wieder Regen gemeldet, jetzt reicht es uns. Wir sind bis Como gefahren und haben uns  in der Nähe auf einem ziemlich neuen Stellplatz niedergelassen. Ist das trüb draußen! Die Wolken hängen so tief, dass man von den Bergen nichts sieht. Aber ich will wenigstens noch einen Blick auf den Comer See werfen, in gut 10 Minuten bin ich am Ufer, aber wie erwartet, alles zugebaut. Lediglich am Anleger der Fahrgastschiffe komme ich ans Wasser heran.

Nun ja, wir wollen ohnehin weiter Richtung Norden. Aber erst einmal müssen wir für den Transit durch die Schweiz zum Zoll, weil unsere Schwerlastabgabe, die man für ein Womo über 3,5t zahlen muss, abgelaufen ist. Wir fahren los, Richtung Autobahn Lugano, alles richtig, nur kommen wir leider an eine Auffahrt, an der es keine Zollstelle gibt, schon gar nicht am Sonntag. Der italienische Zöllner erklärt uns, dass wir nach Chiasso zurück müssen, um dann an der Grenzstelle der Autobahn zum Zoll zu kommen. Also zurück, noch mal fast am Stellplatz vorbei, Kreisverkehr zum Wenden, dann Richtung Milano auf die Autobahn nach Süden. Wir nehmen die nächstmögliche Abfahrt, wenden wieder an einem Kreisverkehr und wieder zurück auf die Autobahn, jetzt nach Norden. Na also, geht doch! Jetzt kommen wir an den normalen Grenzübergang und dort können wir auch unsere Schwerlastabgabe beim Zoll zahlen. An 10 beliebigen Tagen können wir nun wieder innerhalb eines Jahres durch die Schweiz fahren.
Ansonsten war die Fahrt problemlos, südlich des San Bernardinopasses war alles in Wolken gehüllt,

je weiter nördlich wir kamen, desto besser wurde das Wetter.

Und wie gut es war, dass wir den Umweg zum Zoll gemacht haben, zeigte sich 500m vor der österreichischen Grenze: wir gerieten in eine Polizeikontrolle. Erstmals in all den Jahren wollten sie das Formular der Schwerlastabgabe sehen und kontrollierten das Datum. Da alles vorschriftsmäßig war, wurde der Beamte recht freundlich und redselig und fragte nach unseren Erfahrungen in Italien, und ob wir denn Schwimmwesten gebraucht hätten…
In Bregenz haben wir noch günstig getankt und dann sind wir bis Wangen auf den uns bekannten Stellplatz gefahren. Hallo Deutschland!

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Manarola und Vernazza

Wir müssen mal raus aus Levanto. Also gehen wir zum Bahnhof und erkundigen uns welche Wege nach dem großen Regen begehbar sind. Große Enttäuschung: alle Küstenwege der Cinque Terre sind seit dem letzten Sturm geschlossen und müssen erst wieder hergerichtet werden. Schade, denn das ist hier ja eigentlich die größte Sehenswürdigkeit. Nun ja, aber da die Zugverbindungen sehr gut sind, können wir die Dörfer auch so besichtigen. Wir fahren als erstes nach

Vom Bahnhof dort muss man erst einmal durch einen langen Tunnel, dann ist man gleich in der Hauptstraße, ganz ohne Autoverkehr, dafür werden im Winter die Boote hier geparkt.

Natürlich ist alles auf den Tourismus ausgerichtet, trotzdem schön, die hohen Häuser, die sich an den Berghang kuscheln, wie kommen die Menschen nur zu ihren Wohnungen?

Wir laufen vor bis zum kleinen Hafen

und weiter bis zum Beginn des Wanderweges, ja, er ist zu Recht gesperrt, hier möchte man zur Zeit nicht laufen, da sind etliche Reparaturen notwendig.

Richtung Riomaggiore verläuft der ehemalige Traumpfad Via dell’Amore, dieser ist bereits seit 2012 wegen Steinschlaggefahr nicht mehr begehbar und wird wohl auch in absehbarer Zeit nicht wieder geöffnet.


Wir gehen zum Bahnhof zurück, natürlich ist der Zug nach Riomaggiore gerade abgefahren und wir müssen eine Stunde warten, Mist.

Deshalb beschließen wir den nächsten Zug nach Vernazza zu nehmen, sieben Minuten Fahrzeit. Vernazza ist der meist besuchte von den fünf Orten, er ist aber auch wirklich sehenswert mit seinem kleinen Hafen und dem Strand, den bunten Häusern und dem großen Platz am Hafen.

Jetzt in der Nachsaison ist es hier richtig angenehm, im Sommer tritt man sich sicherlich auf die Füße. Nichtsdestotrotz sieht man viele Chinesen und wir kommen in einem Café mit einem sehr netten kanadischen Ehepaar ins Gespräch.

Leider ist auch dieser Wanderweg, der durch die Weinberge nach Monterosso führt, gesperrt.

 

 

 

 

Viel schlimmer jedoch hat es Vernazza 2011 bei einem Unwetter erwischt. Damals rollte eine Schlammlawine durch die Hauptstrasse und und lagerte sichbis zu 1,5m Höhe ab. Kurz vorm Bahnhof gibt es ein eindrückliches Foto.

Das Wetter  heute ist wider Erwarten ziemlich sonnig, manchmal irrt sich der Wetterbericht eben doch und so können wir wunderbar draußen unseren Cappuccino genießen. Nur leider sind die Tage jetzt sehr kurz, den nächsten Ort müssten wir schon in der Dunkelheit besichtigen, deshalb fahren wir zurück nach Levanto, diesmal 11 Minuten Fahrzeit.

(Kleine Bilder zum Vergrößern anklicken)

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Die Sache mit der Post…

Ich wollte zur Abwechslung mal wieder ein paar Ansichtskarten an liebe Freunde schicken, immer nur whatsapp ist doch langweilig. In Monterosso habe ich einige gekauft und dazu gleich die passenden francobolli. Der freundliche Verkäufer machte mich darauf aufmerksam, dass ich diese Karten nur in die gelben Briefkästen werfen darf. Wieder zurück auf dem CP in Levanto habe ich mich gleich hingesetzt und fleißig geschrieben, ungewohnt, ist man doch nur noch das Tippen auf dem tablet gewohnt. Und dann wollte ich die Karten natürlich gleich in den Briefkasten werfen. Der Verkäufer hatte mir die Karten in einen Umschlag gesteckt, dessen Innenseite enthielt mehrere Ortspläne mit eingezeichneten Briefkästenstandorten. So weit so gut. Für Levanto waren drei Standorte eingezeichnet, sollten nicht so schwierig zu finden sein, ich habe jedoch keinen einzigen gefunden! Ich habe in mehreren Geschäften nachgefragt, alle waren sehr bemüht, hatten aber keine Ahnung. Gelbe Briefkästen? Ne, die sind doch rot! Gehn Sie mal zur Post. Natürlich ist die Post in irgendeiner kleinen Gasse, aber ich hab ja maps, toll. In der Post war ziemlich viel los, erst einmal eine Nummer ziehen und warten, irgendwann kam ich dran. Nein, diese Briefmarken sind nicht von der Post, sondern von einem privaten Betreiber, wurde mir erklärt, und er könne die Karten nicht annehmen, aber da und da gäbe es ein Geschäft…Ich fand dieses Geschäft…es hat bis zum 26. November Urlaub! Tja liebe Freunde, so wird das nichts, dann müsst ihr eben doch meinen Blog lesen…

Update: Vorgestern habe ich noch einmal vergeblich in Levanto nach diesem ominösen gelben Postkasten gesucht. Gestern waren wir zuerst in Manarola, dort sollte es auch einen geben, haben wir aber auch nicht gefunden. Aber in Vernazza! Dort stand einer, ganz unscheinbar in einem kleinen Laden, in dem Ansichtskarten verkauft wurden, nur während der Öffnungszeiten zugänglich.

Jetzt bin ich gespannt, ob die Karten ihren richtigen Weg finden und wie lange sie unterwegs sind. Abgeschickt am 8.November…

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