Tracks Norwegen und Schweden

Inzwischen sind wir wieder heil daheim angekommen und haben versucht, uns auf die Hitze einzustellen (hab ich mal über Kälte und Regen gejammert? Kann mich nicht erinnern…)

Eine lange Reise ist zu Ende, zwei Monate waren wir unterwegs und haben etliche Kilometer zurückgelegt. Und wie immer habe ich fleißig getrackt , ich weiß, dass etliche Womofahrer sich für Stellplätze, Campingplätze und andere Übernachtungsstellen interessieren. In diesem Urlaub haben wir sehr häufig auf CPs gestanden, da wir mit unseren Gasvorräten haushalten wollten, und wir haben außerordentlich viel heizen müssen. In Schweden haben wir dann vorsichtshalber eine Flasche füllen lassen, wäre aber nicht notwendig gewesen, denn zum Schluss wurde es endlich wärmer.

Trotz des schlechten Wetters, das war sicherlich nicht meine letzte Norwegenreise! Irgendwann wird mich die Sehnsucht nach diesem Land mit seiner phantastischen Natur wieder packen…

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Letzte Station in Schweden: Kullaberg

Nachdem wir ein Wochenende bei der Familie in der Nähe von Borås verbracht haben, geht es nun weiter heimwärts. Aber ein Zwischenstopp muss noch sein, der Kullaberg bzw. Kullen, eine felsige Halbinsel nördlich von Helsingborg, die sich 16km lang ins Kattegat erstreckt und eine der schönsten Regionen Südschwedens ist.

Der Leuchtturm am äußersten Ende ist der höchstgelegene und lichtstärkste Leuchtturm Schwedens und heute wohl der meistbesuchte.

Der Parkplatz ist rappelvoll, aber auf der daneben liegenden Wiese finden wir einen Platz. Und dann folgen wir den Massen, die uns sicher zum Leuchtturm bringen. Etwas weiter unterhalb gibt es einen weiteren, kleinen Leuchtturm, zu dem man über die Felsen absteigen kann.

Die Felskulisse ist beeindruckend, roter Granit bzw. Gneis, der zum Teil senkrecht ins Meer abbricht. Durch den Wellenschlag sind Felsburgen, Kliffs und Grotten entstanden, ein richtiges Kletterareal.

(Zum Vergrößern anklicken)

Als nächstes wollen wir uns das Kunstwerk aus Treibgut des schwedischen Künstlers Lars Vilks ansehen. Dazu müssen wir nach Ladonien fahren, eine Mikronation an der südschwedischen Küste am Kattegat, die Lars Vilks 1996 nach einem jahrelangen Gerichtsstreit mit den örtlichen Behörden über zwei von ihm errichtete größere Skulpturen in einem Naturschutzgebiet ausrief. Wir biegen also von der Hauptstraße ab und fahren einen kleinen Feldweg bis zum Ende, dort ist ein Parkplatz. Und jetzt…siehe oben! Wir können gerade noch mit viel Mühe wenden, keine Chance für unser Womo einen Platz zu bekommen, Ladonia muss auf uns weiter warten. Fluchtartig verlassen wir diese Gegend, finden aber bald einen ruhigen Parkplatz an einem Badeplatz, der wegen des kühlen Wetters fast leer ist. Irgendwie sind wir den Rummel nicht mehr gewohnt.
Am Nachmittag gehts dann weiter nach Trelleborg, wo wir für morgen die Fähre nach Rostock gebucht haben.

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Färnebofjärdens Nationalpark

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Wir sammeln schwedische Nationalparks . Insgesamt gibt es in Schweden 29, von denen wir jetzt schon einige kennengelernt haben.

Die Besonderheit des Färnebofjärden Nationalparks ist ein ausgedehntes Flussgebiet. Der Fluss Dalälven hat aufgrund seines geringen Gefälles ein weit verzweigtes Seengebiet entwickelt mit mehr als 200 Inseln und Inselchen, umgeben von Flusswiesen und unberührtem Wald, ein ideales Kanurevier. Die einzelnen Seen sind teilweise durch Stromschnellen miteinander verbunden, wie z.B. in Gysinge. Wie immer in Schweden, kann man sich im dortigen Naturum sehr gut und anschaulich informieren.

Doch auch die Industrie wusste die Wasserkraft früh zu nutzen.  Gysinge bruk ist ein altes Fabrikgelände, hier war früher ein Eisenhüttenwerk, dessen Ursprünge bis ins 17.Jhdt zurückgehen. Später wurde hier Elektrostahl hergestellt, erstmals weltweit. Man sieht noch einen Teil des Hochofens, etliche andere Gebäude, ein sehr schönes Gutshaus und eine Orangerie, in der sich heute die Mensa der Folkhögskola befindet, die aber öffentlich ist und ein sehr gutes Mittagslunch anbietet.

 

Wir beziehen nahe Österfärnebo am Rande des Naturschutzgebietes einen kleinen CP, der von einem sehr netten Schweizer Paar betrieben wird. Wieder können wir direkt am Wasser stehen und auf den See, pardon Fluss, schauen.

Mit den Rädern fahren wir auf eine langgestreckte Halbinsel, an deren Ende sich ein schöner Strand befindet.

Ja, und endlich stimmt auch das Wetter, zwar noch nicht unbedingt zum Baden geeignet, aber trocken und sonnig, ideal zum Radfahren und Wandern. Hierfür bietet sich der Gästrikeleden an, ein Weitwanderweg, der direkt am CP vorbei läuft. Viel zu schnell verstreichen diese Tage, tja, wir sind ja eigentlich auf dem Rückweg, jetzt, wo es so schön wird.

 

 

 

 

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Weltnaturerbe Höga Kusten

Dieses interessante Küstengebiet wollte ich schon immer einmal kennenlernen, und da wir noch etwas Zeit haben und es quasi am Weg liegt, bleiben wir einige Tage in der Gegend.

Erst nach der letzten Eiszeit entstand diese Küste, nach dem Abschmelzen der Eismassen begann sich das Land zu heben, zahllose Inseln entstanden und die Küste ist heute bis zu 286 m hoch. Und die Küstenlinie steigt weiter, jedes Jahr um einen knappen Zentimeter. Es ist die weltweit höchste Landhebung, deshalb Weltnaturerbe?

Wir sind die letzten Tage viel gefahren, deshalb brauchen wir erst einmal wieder einen CP. Wir fahren am Skuleberget, der höchsten Erhebung, vorbei, er muss noch etwas auf uns warten, verlassen die E4 Richtung Meer und finden bald einen kleinen CP., nur 12 Plätze, alle mit Meerblick, so ganz nach unserem Geschmack.

Trotz Hochsaison ist der Platz nicht voll. Es gibt keine Rezeption, nur eine Telefonnummer und einen Schlüssel für den Stromkasten kann man sich aus einem Briefkasten nehmen. Dennoch gibt es ein neu renoviertes Servicehaus, natürlich auch Waschmaschine und Trockner, genau das brauchen wir.

Das Wetter hat sich endlich besonnen, die Sonne meint es gut mit uns. Unsere Räder wollen mal wieder bewegt werden. Bis zum Ende der Halbinsel ist es nicht weit, nur 6km, aber immer bergauf und bergab, und viele Lupinen am Wegesrand.

,Wir landen an dem kleinen Hafen Norrfällsviken, hier scheint sehr viel mehr los zu sein.

An der  Nordseite der Halbinsel gibt es einen wunderbaren Sandstrand mit glasklarem Wasser, ich könnte sofort hineinspringen. Aber irgendwie ist niemand im Wasser, warum wohl?

Der Parkplatz im Wald wäre auch durchaus für eine Übernachtung geeignet. Wir fahren zurück zum Hafen und genehmigen uns eine Pizza und ein Fassbier, die Preise lassen es ja wieder zu. Das Restaurant ist gut besucht, gutes Wetter und Sonntag. Den Nachmittag verbringen wir auf unserem CP, schön mal nichts zu tun.

Die unmittelbare Umgebung des CPs lädt zu Spaziergängen ein, schaut selbst.


Nach diesen erholsamen Tagen zieht es uns zum Skuleberget. Zunächst fahren wir zum Naturum und erhalten dort beste Informationen zum Nationalpark. Vor dem Aufstieg vespern wir noch, und dann…regnet es. Hatten wir doch schon, oder? Ein kräftiger Schauer, dann ist es zum Glück vorbei und wir können aufsteigen. Da wir mit dem Sessellift zurückfahren wollen, wählen wir den Weg der dort beginnt. Er ist wohl ziemlich neu angelegt, kaum ausgetreten, aber bestens bezeichnet.

Wir kommen ganz schön ins Schwitzen, aber bereits nach 45 Minuten sind wir oben. In der Gipfelhütte gibt es erst einmal Kaffee und frische Waffeln.

Und inzwischen hat sich auch die Sicht gebessert, der Aufstieg hat sich gelohnt.

Tja, so ist es natürlich bequemer.
Für den nächsten Tag haben wir eine Wanderung im Nationalpark Skuleskoget, eine ausgedehntes Waldgebiet, geplant. Wir fahren deshalb gleich zum Parkeingang, und dort können wir auch übernachten, so sind wir am nächsten Morgen gleich vor Ort.

Eine sehr schöne Wanderung! Unser Ziel sind zwei kleine Inseln, die aber durch Landhebung zu Halbinseln geworden sind. Es geht durch ziemlich dichten Urwald, viele Wurzeln und Steine, aber relativ eben.

Das eigentlich nahe Meer können wir nur an wenigen Stellen sehen. Nach gut einer Stunde erreichen wir eine Schutzhütte, in der man auch übernachten könnte,  vier Betten, ein kleiner Aufenthaltsraum. Ein Stück Sandweg, wo man sich gut den ehemaligen Meeresgrund vorstellen kann,

und schon sind wir auf der ersten Insel,  überqueren diese und kommen auf die nächste. Und hier ist dann mal wieder landsend und wir lassen uns zu einem Picknick nieder.

Wir wollen nicht den gleichen Weg zurück nehmen,  es gibt eine Alternative. Und dieser Weg ist viel spannender! Es geht aufwärts, zunächst gemütlich, aber dann kommt eine Steilstelle, eine Rinne, durch die man hinaufklettern muss. Nur mit Hilfe beider Hände schaffe ich die großen Felsblöcke.

Glücklicherweise steigen wir hoch,  abwärts wäre noch viel schwieriger. Oben werden wir dann mit einer großartigen Aussicht belohnt, es geht über flache Felsplatten und bald kommen wir an einen See, der absolut zum Baden einlädt, naja, bei wärmeren Wetter.

Auch hier eine Hütte und etliche Picknickplätze, die auch genutzt werden. Holz gibt es genug, liegt schon vorbereitet da. Auf dem Rückweg entdecke ich diese wunderschöne Orchideen.

Der Weg führt an einem weiteren See entlang (leider keine Promenade, sondern sehrr steinig). Es geht abwärts, an einem Bach entlang, sogar noch ein kleiner Wasserfall und irgendwann, nach insgesamt fast fünf Stunden, sind wir wieder am Womo, müde, aber soo glücklich. Noch eine Nacht wollen wir in diesem finsteren Wald nicht verbringen, wir fahren noch ein Stück bis zur E4 und nehmen ziemlich wahllos den nächsten CP, eine Dusche ist fällig.

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Storforsen, Königin der Stromschnellen…

05 JULI 2017, 21:52
…so sagt es der Prospekt. Klingt gut und ist auch viel Wahres dran. Unser nächstes größeres Ziel ist die Ostsee. Mehrere große Flüsse laufen etwa parallel in südöstlicher Richtung vom Inneren Schwedens zur Küste. Gestern haben wir ja bereits den Lule, der in Luleå mündet, gestreift. Dieser Fluss ist vollkommen gezähmt und dient 100 prozentig der Energiegewinnung. Wir wollen den Pite, der in Piteå in den Bottnischen Meerbusen fließt , entlang fahren, denn dieser Fluss ist noch fast ganz naturbelassen und hat gewaltige Stromschnellen. Eine davon ist der Storforsen. Zunächst bleiben wir noch ein Stück auf der E45, wo unser Womo etliche Baustellen übelster Art zu meistern hat, dann biegen wir auf die verkehrsarme 373 ab. 30km später haben wir den großen Parkplatz erreicht. Wir laufen gleich los, kommen aber nur bis zum Café, denn es ist Mittagszeit und wir haben Hunger. Endlich mal wieder zu normalen Preisen essen gehen, das haben wir in Norwegen sehr vermisst. Ich bestelle mir Pitepalt, eine Spezialität dieser Gegend, ein Kartoffelkloß mit viel Butter und Preiselbeeren, etwas gewöhnungsbedürftig, und sehr nahrhaft. Als wir fertig sind und loslaufen wollen, ihr ratet es, schüttet es mal wieder volle Kanne. Also erst einmal zurück zum Womo, eine Siesta ist auch sehr willkommen. Eine Stunde später können wir endlich starten und sind wieder, wie schon vor drei Jahren, überwältigt von den Wassermassen. Schon von ferne hören wir es donnern und rauschen. Der Storforsen ist Europas größte unkontrollierte Stromschnelle. Der ganze Bereich ist mit Stegen versehen, sodass man direkt an den Fluss herankommt und alles aus nächster Nähe erlebt. Und dieses Jahr hat der Fluss bedingt durch die späte Schneeschmelze besonders viel Wasser.

Auch in den Nebentälern, in denen wir vor drei Jahren über trockene Felsplatten gelaufen sind, sprudelt und gurgelt das Wasser, bildet kleine Wasserfälle und manche der schön angelegten Picknickplätze sind nicht zu erreichen.

Wir fahren anschließend weiter und lassen uns in der Nähe von Piteå auf einem CP nieder, mal wieder auf einer kleinen Insel, aber leider keine direkte Wassersicht.
Zum Wetter: Hatten wir bisher gedacht, noch kälter könne es im Juli nicht werden, -hatten wir uns doch schon an die 12° gewöhnt- so wurden wir heute eines Besseren belehrt, 8° war es zur Mittagszeit, dazu ein kräftiger Nordwind. Handschuhe und Mützen kamen zum Einsatz. Aber heute Abend klarte es auf, das lässt hoffen.

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Kraftwerksbesichtigung

(Kleine Bilder anklicken)
Klackklackklack…alles klar? Heute kommen wir früher los, wir haben auf einem alten Holzlagerplatz an der E45 übernachtet. Mein Rücken streikt gewaltig, ich habe mir bei der Radtour wohl einen Zug geholt, die Strafe, dass ich im T-shirt gefahren hin. Erst nach Tabletteneinnahme wird es etwas besser. Wir werden jetzt doch an die Ostsee fahren, vielleicht ist das Wetter dort trockenèr. Aber heute werden wir es noch nicht schaffen, also schnüren wir erst mal weiter auf der E45 südwärts. Bald erreichen wir die Abzweigung nach Kiruna, kommen nach Gällivare. Der Aussichtsberg Dundret muss auch auf uns verzichten, blöde Wolken. Unsere Karte zeigt uns ein altes Kraftwerk bei Porjus an, welches man besichtigen kann, das interessiert uns. Der Fluss Lule ist einer der größten Energielieferanten Schwedens. Seine 16 Kraftwerke liefern allein 10% des gesamten Stromverbrauchs (50% wird von Atomkraftwerken bereit gestellt ). Das älteste Kraftwerk wurde ca. 1910 gebaut, damals wohnte in Porjus genau eine Familie. Aber die benachbarten Grubenwerke in Gällivare benötigten sehr viel Strom. Es gab damals keine Straßen und keine Eisenbahn, alles wurde per Menschenkraft herangeschafft. In 50m Tiefe wurden das Turbinenhaus aus dem Fels gesprengt, und dort unten waren wir heute. Die neun Turbinen stehen noch alle da, aber sind nicht mehr in Betrieb, lediglich zwei dienen mehr oder weniger Schulungszwecken.

Die neue Zeitrechnung fiel den Arbeitern damals schwer, deshalb gab es diese Erleichterung. Und das Telefon war natürlich nur für den Chef.

Die Firma Vattenfall muss wohl für etwas Publicity sorgen, die Führungen finden im Sommer stündlich statt…und sind gratis. Selbstverständlich wird für die Sicherheit der Besucher gesorgt.

Wer nun den großen run befürchtet…heute jedenfalls nicht. Wir hatten eine Privatführung, ein echter Luxus, sehr zu empfehlen.
Kurz vor Jokkmokk haben wir eine sehr späte Mittagspause an einem Stausee eingelegt. Hier hätten wir auch übernachten können, zusammen mit vielen anderen Womos, aber uns war nach einem CP. Zum Weiterfahren hatten wir keine Lust mehr, und so sind wir auf einem kleinen CP 3km von Jokkmokk entfernt gelandet. Sehr viel Strecke haben wir heute nicht geschafft, aber mir geht es auch nicht besonders gut. Das sehr sehenswerte Museum haben wir erst vor drei Jahren besichtigt, muss dieses Mal nicht sein.
Hab ich schon gesagt, dass es heute am Tag trocken war? Kaum haben wir uns auf dem CP eingerichtet, öffnet der Himmel wieder seine Schleusen. Hoffentlich kommen wir morgen von der Wiese wieder runter.

 

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Abendliche Radtour zur Gorsabrua

02 JULI 2017, 23:36
Endlich ist es mal wärmer, fast 18°im Laufe des Tages, obwohl die Sonne kaum scheint. Wir verlassen unseren schönen Platz nur ungern, aber wir wollen uns an das Allmansrätt halten…eine Nacht. Zunächst müssen wir die 50km bis zur gestrigen Fähre zurückfahren, dann weiter auf der 91 bis Lyngseidet, dort gibt es wieder eine Fähre, dieses Mal immerhin 40 Minuten. In Olderdalen treffen wir wieder auf die E6, die wir jetzt südlich fahren. In Birtavarre stellen wir uns auf den kleinen CP, zufällig der billigste auf der ganzen Reise, aber nicht der schlechteste. Erstmal was essen und ein wenig ausruhen, aber ich werde schon wieder unruhig, denn in der Nähe gibt es eine Schlucht, in die man von einer Brücke hineinschauen kann.

Wir nehmen die Räder, 12km sind ja kein Problem. Die Fahrt geht in ein kleines Nebental hinein, gute Straße, kaum Verkehr. Das Tal, ein typisches Kastental, unten breit, an der Seite steile Hänge, liegt noch voll in der Sonne, obwohl es schon früher Abend ist. Ein bemerkenswert warmer Wind weht hier, fast wie ein Föhn. Alle paar Kilometer donnern mächtige Wasserfälle herunter, Schneeschmelze.

Bis auf 300m Höhe liegt noch jede Menge Schnee. Es ist wie bei uns im Mai, die Wiesen sind voller bunter Blumen. Die Straße steigt allmählich bergan, erst zum Schluss geht es steil und in Kehren bergauf. Unsere ebikes schaffen das locker. Das letzte Stück ist dann aber ein Wanderweg und wir lassen unsere Räder stehen. Und dann sehen wir sie schon, diese Brücke über die Schlucht! Schnell haben wir sie erreicht…schwindelfrei sollte man sein.

Unter uns ist ein atemberaubender Canyon, 150m tief, sehr schmal, mächtige Wasserfälle stürzen herunter. An einigen Tagen gibt es hier wohl Bungeespringer, unvorstellbar! Wir haben ja auf Kreta schon etliche Schluchten durchwandert, aber diese toppt durch ihre Wassermassen.

Inzwischen ist es doch recht kühl geworden. Die Rückfahrt ist ja kein Problem, immer nur abwärts, aber wir müssen uns warm anziehen. Trotzdem kommen wir ziemlich durchgefroren am CP an, fast 30km stehen auf dem Tacho, mehr als erwartet. Die Sonne hat sich mal wieder hinter den Wolken versteckt, aber unser CP liegt ohnehin jetzt im Schatten einer gewaltigen Felswand. Hoffentlich kommt heute nacht nichts herunter…Um Mitternacht sind wieder alle Berge in den Wolken verschwunden, die nächsten Tage soll es, ganz was Neues, regnen und wieder sehr kalt werden. Zeit, wieder gen Süden zu fahren. Morgen werden wir ein Stück durch Finnland fahren und dann auf die schwedische E45 stoßen, und dann…

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