2.Etappe: Durch Thüringen bis Saaleck

14.-20.September 2020

Weiter gehts. Eines der vielen hübschen fränkischen Städtchen wollen wir uns noch anschauen, Kulmbach oder Kronach? Wir entscheiden uns für Kronach, für beide Städte ist es uns zur Zeit einfach zu heiß. Wieder sind wir schon am Vormittag auf dem Stellplatz – ihr wisst schon…Corona-, von dem man die Altstadt zu Fuß erreichen kann. Wir steigen in die Oberstadt hinauf, hier ist die Altstadt fast komplett erhalten mit Stadtmauer, Toren und Türmen.

Über allem thront die Festung Rosenberg, eine der am besten erhaltenen Festungsanlagen Deutschlands, in der man umherstreifen kann und eine feine Aussicht auf die Stadt genießen kann.

Uns ist es heute zu heiß, ich will ans Wasser! Die Grenze zu Thüringen ist bald passiert

und dann ist es nicht mehr weit bis zur Bleilochtalsperre, dem Thüringer Meer, mit großem Campingplatz, das brauchen wir jetzt. Der Platz ist nur eine riesige Wiese, normalerweise findet hier das Festival „SonneMondSterne“ statt. Wir finden mal wieder einen schönen Platz in der ersten Reihe, und dann ab ins Wasser.

Am folgenden Tag umrunden wir den Stausee mit den Fahrrädern, eine nicht ganz einfache Tour, denn ein Teil der Strecke ist eigentlich ein Wanderweg, schmal mit vielen Wurzeln und Steinen, teilweise hoch über dem See, manchmal müssen wir schieben.

Über kleine Landstraßen und Bundesstraßen- manchmal muss man einem Schlösschen ausweichen –

kommen wir nach Saaleck, bereits in Sachsen-Anhalt. Der Stellplatz ist bereits um 14 Uhr voll, naja, dann halt CP in Bad Kösen. Doch halt, im letzten Moment sehe ich, dass jemand seine Markise einkurbelt, tatsächlich wird der Platz frei, so ein Glück! Und fast direkt an der Saale. Das Flüsschen sprudelt recht munter am Stellplatz vorbei und eignet sich für ein erfrischendes Fußbad. Hier bleiben wir einige Tage.

Oberhalb von Saaleck thront die Rudelsburg auf einem Höhenrücken, der zur Saale steil abfällt.

Nach Zerstörung im Dreißigjährigen krieg wurde sie im 19. Jhdt. wieder aufgebaut und ist bis heute Treffpunkt verschiedener Burschenschaften, naja, nicht ganz unser Ding. Man kann auf den Turm hinaufsteigen, aber vor uns war eine Schulklasse, also lieber nicht.

Wir fahren mit den Rädern weiter und kommen nach Bad Kösen. Hier beeindruckt uns das riesige Gradierwerk, vor allem die Holzkonstruktion für die Pumpen des Salzbergwerkes.

Eine weitere Radtour führt uns auf dem Saaleradweg entlang von Weinbergen mit netten Einkehrmöglickeiten

nach Naumburg, und dort natürlich zum berühmten Dom. Wir leihen uns einen Audioguide und besichtigen ihn ausgiebig, sehr lohnenswert!

Der anschließende Stadtbummel fällt etwas kürzer aus, wir müssen ja noch zurück nach Saaleck.

Und schön wandern lässt es sich von diesem Stellplatz aus auch, z.B hinauf zum Himmelreich.

Im Ort gibt es einen kleinen Gasthof mit einem Biergarten, wir haben uns Rehbraten und Rostbrätl schmecken lassen. Und da das Wetter so phantastisch ist, kann man auch gut mal einen Tag mit Nichtstun verbringen.

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1.Etappe: Fränkische Schweiz

6.- 13.September 2020

Es soll eine Deutschlandreise werden, coronabedingt. Genaue Ziele haben wir noch nicht, wir lassen uns treiben. Lediglich die erste Station haben wir festgelegt: die Fränkische Schweiz. Und wir wollen weitgehend Autobahnen vermeiden, außer bei der Umfahrung von Großstädten. Und so begeben wir uns auf die B466, die uns über Nördlingen, Gunzenhausen etc. bis kurz vor Nürnberg führt, dann ein kurzes Stück Autobahn und schon bald sind wir auf dem Womoplatz in Pottenstein. Da es erst Mittag ist, bekommen wir noch einen schönen Platz. Dennoch sind wir etwas geschockt von dem Rummel in dieser Gegend, wir wussten nicht, dass es ein solcher hotspot ist. Nun ja, Wochenende und letzte Ferienwoche.

Vom Stellplatz kann man zu Fuß ins Städtchen hinunter, beeindruckender sind aber die umliegenden Felsen. Wir steigen zu einem Aussichtspunkt hinauf und können uns von oben einen schönen Überblick verschaffen.

Gleich am nächsten Tag nehmen wir die Räder und fahren über

…oder Förstershintern

und einer abenteuerlichen Abfahrt (eigentlich Abstieg) durch ein Felsenmeer nach Tüchersfeld.

Auch dieses Örtchen beeindruckt mit seinen Felsen, ach ja, Fränkische „Schweiz“.

Weiter gehts im Wiesenttal nach Gössweinstein. Bevor wir zur bekannten Wallfahrtskirche kommen, dürfen wir erst einmal eine 18%ige Steigung bewältigen. Die Kirche selbst enttäuscht uns ein wenig, wir haben schon schönere Barockkirchen gesehen, schließlich wohnen wir in der Nähe von Neresheim.

Wir fahren noch im Tal weiter bis Muggendorf, trinken dort einen Kaffee, ehe wir zum Stellplatz zurück fahren.

In einem Prospekt entdecken wir die Radtour „Vom Püttlachtal zur Hohenmirsberger Platte“, eine gute Wahl, zwar etwas anstrengend, aber der Aussichtsturm entschädigt.

Und dann ist es auch mal Zeit für einen Ortswechsel, nicht weit, wir bleiben noch in der Fränkischen Schweiz, in Aufsess ist unser nächster Stellplatz direkt hinter einer Brauerei, also quasi direkt an der Quelle. Von hier wollen wir eine Wanderung auf dem

machen, 14km und vier Brauereien. Drei schaffen wir, die vierte lassen wir links liegen.

Noch einmal fahren wir ins idyllische Wiesenttal hinunter. Wir kommen an hübschen Mühlen vorbei

und in Waischenfeld an einem Skulpturenpfad.

Hier tagte übrigens die berühmte Literaturgruppe 47 zum letzten Mal.

Wir fahren weiter bis zur Burg Rabeneck, über viele Treppen und an Felsen entlang geht es hinauf, ein sehr schöner Weg. Oben angekommen müssen wir lesen, dass die Burg nur sonntags geöffnet ist, also nix mit Aussicht.

Da wir jetzt genug Fränkisches Bier getrunken haben, können wir unsere Deutschlandreise fortsetzen, demnächst geht es weiter.

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Herbstreise Deutschland

Nun hatte es also doch noch geklappt, wir konnten noch eine längere Reise in diesem verflixten Jahr unternehmen. Vorsichtig, wir sind ja nicht mehr die Jüngsten, und deshalb sind wir in Deutschland geblieben. Und schließlich gibt es in unserem Land ja auch eine Menge schöner Dinge zu entdecken.

Gestartet sind wir Anfang September, nachdem die Pflaumen geerntet waren. Wir hatten uns vorgenommen, weitgehend autobahnfrei durch Deutschland Richtung Norden zu tuckern. Die Reise führte uns zuerst in die Fränkische Schweiz, weiter durch Thüringen an die Saale, anschließend nach Sachsen-Anhalt mit Schwerpunkt Magdeburg, weiter ging es durch Brandenburg bis nach Mecklenburg-Vorpommern an die Ostsee. Wir verbrachten eine gute Woche auf Usedom, dann stieg allerdings die Corona-Inzidenz immer höher, das Wetter wurde auch sehr herbstlich, und so machten wir uns langsam auf den Rückweg. Ende Oktober waren wir dann wieder daheim.

Wie bei uns so üblich, lag der Schwerpunkt unserer Unternehmungen auf Wandern und Radfahren, aber natürlich schauen wir uns auch die eine oder andere Stadt sehr gerne an. Anhand meiner Tagebuchaufzeichnungen werde ich diese Reise in nächster Zeit rekonstruieren, unterwegs hatte ich entweder kein wlan, keine Zeit oder keine Lust…

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Schweden in Coronazeiten?

Ja.

Natürlich habe ich mir lange überlegt, ob ich dieses Jahr überhaupt nach Schweden fahren soll, und wenn, dann nur um Annika und Jonas zu besuchen. Letztlich haben mich Annikas Argumente überzeugt: die Infektionszahlen gingen Ende Juli runter, die beiden hatten noch Ferien und seit etlichen Wochen nur Kontakte mit engsten Freunden gehabt. Erich wollte definitiv nicht mitfahren und so entschied ich mich, nicht mit dem Womo sondern mit dem kleinen PKW zu fahren. Da die Strecke doch recht weit und anstrengend ist (1300km), freute ich mich, dass Uschi, eine Freundin von Annika und ebenfalls schwedensüchtig, mich gerne begleiten wollte.

Donnerstag, 30.Juli

Bereits um 5.00 Uhr morgens starten wir. Bis Kiel sind es 750km und wir wollen am Abend die Fähre nach Göteborg erreichen. Aufgrund von Ferien und vielen Baustellen rechnen wir mit einigen Staus. Es läuft prima und als wir um 10.00 Uhr bei Hannover in den ersten Stau geraten, können wir  den ganz ruhig absitzen. Bereits um 14.30 Uhr sind wir in Kiel, gehen noch in die City auf einen Kaffee und können anschließend gänzlich stressfrei und fast kontaktfrei einchecken. Das Schiff ist weniger als halbvoll, selbst auf  den Fluren zu den Kabinen begegnet uns niemand. Wir haben Essen genug eingekauft, müssen also nicht  ins Restaurant, und das Wetter ist so schön, dass wir auf dem Oberdeck picknicken können, während das Schiff langsam durch die Kieler Förde Richtung Schweden fährt. Allmählich entspanne ich mich und freu mich wahnsinnig auf die nächsten Tage.

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Pünktlich um 10.00 Uhr am nächsten Morgen können wir die Fähre verlassen, auch hier kein Gedränge, deckweise wird man aufgefordert sich zum Auto zu begeben. Und bereits eine Stunde später kann ich Annika und Jonas umarmen (ja, das musste sein). Tee und kanelbülle stehen schon bereit, natürlich draußen auf der Terrasse bei herrlichstem Wetter, wenn Engel reisen… Am Nachmittag machen wir noch einen längeren Spaziergang durch das nahegelegene Naturschutzgebiet und natürlich ein obligatorisches erstes Bad im Öresjön.

Samstag, 1.August bis Mittwoch 12.August

Die nächsten Tage sind ausgefüllt mit den verschiedensten Aktivitäten. Wir mieten Kajaks und fahren auf dem „Haussee“ Öresjö zu einer entlegenen Badestelle, anschließend auf der anderen Seite des Sees in den Fluss Viskan, sehr spannend, weil man immer wieder umgestürzte Bäume umfahren muss und jeden Moment einen Biber erwartet. Zum Glück gibt es hier kaum Strömung.

Am meisten hab ich mich auf  Wanderungen gefreut. Eine führte uns auf den Sjuhäradsleden, ein 140km langer Weitwanderweg quer durch die Landschaft Sjuhärad (mit der Hauptstadt Boras). Der Weg verläuft meistens durch Wald, aber „schwedischer“ Wald mit vielen Wurzeln und Felsen und immer wieder schöne Ausblicke auf den unterhalb liegenden See Viaredsjö.

Eine weitere Wanderung führte uns auf den Sandskenleden rund um den See  Sandsken, ganz andere Eindrücke, viel offene Kulturlandschaft und teilweise durch Buchenwald, angeblich der nördlichste Buchenwald Skandinaviens (oder der Welt?). Sehr empfehlenswert ist die abschließende Einkehr im Sommercafè „bokcafé“. Die Tische sind auf einer großen Wiese verteilt (Abstand!) und der Kuchen ist unschlagbar lecker!

Mehrmals waren wir in der Mühle Vänga kvarn, auch weil man hier so leckeres Brot kaufen kann, und der Kuchen ist hier auch nicht zu verachten! In der Nähe sammelten wir Heidelbeeren, die Jonas am nächsten Tag zu Blaubeerpfannkuchen verarbeitete, danke Jonas! Ich liebe das Vänga mosse, ein Moor, dass man auf Bohlenstegen durchqueren kann.

Und täglich haben wir gebadet, immer wieder in verschiedenen Seen und Badestellen, eine schöne als die andere. Das phantastische Wetter lockte natürlich auch viele Schweden ans Wasser, aber wir fuhren immer an ziemlich leere Stellen, dank Annikas und Jonas profunder Ortskenntnisse.

Ein weiterer Höhepunkt war Annikas Konzert mit Ulf, Klarinette und  Klavier, in einer kleinen Dorfkirche. Nur 30 Besucher waren aufgrund der Coronabeschränkungen zugelassen, so konnten die Abstände gewahrt bleiben.

Und auch in Boras,- ein Stadtbummel musste sein-,  war ich überrascht, wie dizipliniert die Schweden Abstand halten, allerdings werden keine Masken getragen. Vor vielen Geschäften steht ein Schild, dass man klingeln soll, wenn man draußen bedient werden möchte.

Viel zu schnell ging die Zeit vorbei. Für den 12.August  hatten wir die Rückfähre gebucht, wieder die Nachtfahrt von Göteborg nach Kiel. Wieder hatten wir bestes Wetter, die Fahrt durch die Schären ist einfach wunderschön.

Auf der A7  kamen wir dann auf der Rückfahrt in einen Megastau, 3,5 Stunden lief fast nichts. Aufgrund eines Waldbrandes wurden wir von der Autobahn abgeleitet und durch die Pampa geführt. Erst nach 23.00 Uhr war ich daheim.

Ich bin so glücklich, dass ich dieses Jahr doch noch in Schweden war, danke liebe Annika und Jonas!

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Erste Reise nach Corona

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Fünf Monate waren wir jetzt ununterbrochen daheim, ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so lange nicht im Womo war.
Wir haben die Pfingsttage vorübergehen lassen, weil wir befürchteten, dass es überall sehr voll ist. Aber rechtzeitig zu meinem Geburtstag hat es dann doch endlich geklappt, das war mein größter und einziger Wunsch. Ich habe letzte Woche auf gut Glück den SP Widdercamp im Jagsttal angerufen, und siehe da, ich hatte Glück. Direkt am Platz vorbei verläuft der Kocher-Jagst-Radweg, wir wollen mal wieder Radfahren. Wenn uns nicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht…am Morgen der Abfahrt sah es sehr schlimm aus, es kübelte aus allen Rohren. Wir sind trotzdem losgefahren, fuhren auf kleiner Landstrasse durchs Kochertal und entschlossen uns spontan in Schwäbisch Hall einen Stopp einzulegen. Das Problem Parkplatz mit Womo konnten wir gut lösen, es gibt einen kostenlosen(!!) Stellplatz, von dem man fußläufig die Innenstadt erreichen kann. und wir erwischten den letzten freien Platz. Die Stadt gefällt mir gut, viele enge Gassen und Treppen, und oben die große St.-Michaelskirche.

Auf der riesigen Treppe vor der Kirche würden normalerweise jetzt Festspiele stattfinden, aber was ist zur Zeit schon normal. Immerhin war die Kirche wieder geöffnet und konnte besichtigt werden.

Der Himmel wurde bedrohlich dunkel und so beeilten wir uns zum Womo zurück zu kommen. Wir hätten gut in Schwäbisch Hall übernachten können, aber wir hatten ja in Widdern reserviert.

Der Stellplatz war bei unserer Ankunft fast leer, erst in den nächsten Tagen füllte er sich komplett. Widdern ist die kleinste Stadt in BaWü., eigentlich nur ein Dorf.

Das Wetter wurde leider nicht viel besser, zum Glück regnete es meistens in der Nacht, und so konnten wir doch noch etliche kleinere und größere Radfahrten unternehmen: Jagsttal aufwärts über Jagsthausen bis zum Kloster Schöntal,

abwärts bis Möckmühl,

über den Berg ins Kochertal und das schöne Kessachtal hinauf und hinunter.

Erst am Donnerstag wurde das Wetter besser, und dann gleich richtig gut mit Temperaturen bis fast 30°. Für den letzten Tag hatten wir die große Runde geplant, über den Berg ins Kochertal, kocherabwärts bis zur Mündung im Neckar bei Bad Friedrichshall und an der Jagst wieder zurück, eine sehr empfehlenswerte Tour.

67 km!

 

 

 

 

 

 

 

Problematisch war nur eine Einkehr zu Mittag. Coronabedingt haben viele Restaurants noch nicht geöffnet, oder nur abends und am Wochenende. In Bad Friedrichshall haben wir gar nichts gefunden, erst 10km weiter fanden wir einen Metzger mit Heißer Theke, wo man sogar draußen sitzen konnte. Einen weiteren Stopp gab es in Möckmühl, denn da wussten wir, dass eine italienische Eisdiele geöffnet hat, naja, und einen Eisbecher hatten wir uns ja wohl verdient.

Überall wurde ordentlich Abstand eingehalten und dort, wo man sich zum Essen hinsetzen konnte, musste man stets Name und Telefonnummer hinterlegen. Und das fühlte sich alles schon recht normal an, ich glaube, so eine Reise können wir bald wiederholen.

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Die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau

Wir haben ja eigentlich ein sehr schönes Wohnmobil, und wir fühlen uns auch sehr wohl darin. Nur manchmal, allerdings immer öfter, macht es uns Probleme, immer wieder geht etwas kaputt. Das meiste kann Erich zum Glück selber reparieren, aber mehrmals mussten wir im letzten Jahr eine Werkstatt aufsuchen, lästig wenn man auf Reisen ist. Eine zweite, ebenfalls manchmal unangenehme Eigenschaft ist die Breite unseres Womos. Wir fahren gerne enge Bergstraßen, passieren dabei Dörfer, wo es zum Teil halsbrecherisch eng ist, von den niedrigen Balkonvorsprüngen mal ganz zu schweigen. So wächst allmählich in uns die Idee, das Womo gegen ein kleineres und schmaleres Womo zu tauschen. Also, was bietet sich da an…erst mal auf die CMT nach Stuttgart, die alljährlich im Januar stattfindet. Da das Wetter zur Zeit frühlingshaft mild und kein Schnee zu erwarten ist, haben wir das Womo aus dem Winterschlaf geholt, haben gepackt und sind am Sonntagnachmittag losgefahren. Die CMT bietet reichlich Stellplätze an, leider nicht sehr günstig, 25 € pro Tag sind schon eine Ansage. Dennoch war es gut, nicht so spät anzukommen, denn am Abend war alles rappelvoll.Nachdem die letzten Flugzeuge gestartet waren und es auch auf der nähen A8 ruhiger wurde, schliefen wir, wie immer im Womo, tief und fest.
Wir begannen unseren Messebesuch in Halle 10, wo man Kastenwagen von vielen verschiedenen Firmen besichtigen kann. Und wir haben uns viel Zeit gelassen, Sitzproben, Liegeproben, Duschen, Kochproben..naja, nicht wirklich. Und wir stellten fest, dass die Unterschiede der einzelnen Firmen eigentlich marginal sind, immer sitzt man an einer schmalen unbequemen Dinett. Fällt niemandem etwas Neues ein? Also wir wissen was wir wollen: ein außen kleines Womo mit einem riesigen Innenraum. Ist doch ganz einfach, oder? Ich glaube, wir haben den Traum vom Kastenwagen ausgeträumt. Wie schön war es nach einem langen Messetag in einen gemütlichen Sessel zu plumpsen, die Füße hochzulegen und bei einem Glas Wein den Abend zu genießen. Manchmal braucht man wohl etwas Input, um das Vorhandene wieder zu schätzen.
(Sorry, vor lauter Schauen hab ich völlig vergessen zu fotografieren)

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Mal wieder in die Berge, zu den Klöstern Prodromou und Filosófou

15 OKTOBER 2019Es gibt inzwischen auch gute Straßen in Griechenland, z.B. die Umfahrung von Gythio, die Straße nach Sparta und danach die absolut leere Autobahn bis Megalopoli. Sie ist gebührenpflichtig, deshalb so leer? Oder gibt es in Griechenland keine LKWs?

Wir kommen jedenfalls gut voran. Die letzten km führt uns unser Navi dann wieder auf eine fürchterliche Nebenstrecke. In Karitena machen wir Pause, ein Dorf, mal wieder an einen Hügel geklatscht, die Häuser kleben förmlich am Hang. Und darüber eine mächtige Festung, deren Grundrisse noch gut erhalten sind. Klar steigen wir bis zum höchsten Punkt hinauf und werden wieder einmal mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

 

Das Dorf macht einen recht verschlafenen Eindruck, viel Tourismus ist hier wohl nicht. Dennoch gibt es gleich mehrere Tavernen entlang der engen Ortsdurchfahrt, wovon leben die? Wir essen ein Omelett und trinken eine Cola, dann geht es weiter. Noch 15km, dann sind wir am heutigen Ziel, am Ende der Straße im Lousios-Tal, wo wir morgen wandern wollen. Etwa 2km vorher stoppt uns der Fahrer eines deutschen Wohnmobils, unten stünde ein großer Reisebus und es sei kein Platz mehr. Den solle man erst kommen lassen, denn die Straße sei sehr schmal. Ich gehe zu Fuß hinunter und warte unten. Ja, hier ist wenig Platz, aber es reicht für zwei Womos und am Abend sind alle Autos weg. Wir schauen uns noch die Asklepios-Ausgrabungen an,

neben uns rauscht der Fluss Lousios, später koche ich…

das wird ein gute Nacht…

16. Oktober

Klösterwanderung

10 Grad am Morgen, so kalt hatten wir es lange nicht! Und es dauert lange, bis die Sonne über den Berg kommt. Wir ziehen unsere Bergschuhe an und machen uns auf den Weg. Zunächst über die Brücke,

 

dann im Tal des Flusses Lousios.

Wir passieren die kleine Kapelle

und wandern weitgehend durch Waldgebiet, immer leicht ansteigend. Eine weitere Brücke bringt uns auf die andere Seite, hier ist das Tal schon sehr eng und der Fluss hat sich tief ins Gestein eingegraben. Jetzt geht es steil bergauf und irgendwann erreichen wir das Kloster Prodromou. Wie ein Nest hängt es unter einer nach oben überhängenden Felswand, völlig von der Welt abgeschieden, absolut beeindruckend.

 

Ein Mönch empfängt uns, zeigt uns die in den Fels gebaute Kapelle aus dem Jahre 1167 (fotografieren nicht erlaubt) und lädt uns zu einem griechischen Kaffee mit Gebäck und klebriger Süßigkeit ein. Vom Balkon hat man eine sehr schöne Aussicht. Wir wandern weiter, wieder abwärts in die canyonartige Schlucht, wieder eine Brücke, und über Serpentinen hinauf bis zum alten Kloster Filosófou, nur noch eine Ruine.

Und dann noch viele Stufen hinauf zum neuen Kloster Filosófou, dem Endpunkt der Wanderung.

 

Nicht ganz, denn wir müssen ja noch den ganzen Weg zurück. Nach gut vier Stunden sind wir wieder am Womo. Diese Wanderung war ein absoluter Höhepunkt unserer diesjährigen Griechenlandreise.
Da wir doch recht erschöpft sind, bleiben wir einfach eine weitere Nacht stehen. Im Fluss Lousios können wir uns wunderbar erfrischen, aber saukalt!

 

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Die Mani, südlicher geht nicht

Jetzt haben wir uns doch noch entschlossen, eine Rundreise über die Halbinsel Mani, den mittleren Finger des südlichen Peloponnes, zu machen, landsend zieht mich wieder magisch an. Über Kalamata  (neue Umgehungsstraße) fahren wir zunächst bis Stoupa,  dort machen wir Pause am Strand, dann weiter bis Neo Oilytho, wo wir einen SP kennen. Es gibt ihn noch und immer noch kostenlos.

Die Nacht ist nicht gerade gut, heiß, schwül und wahnsinnig viele Mücken. Warum mag ich Griechenland manchmal nicht?

Ans Ende Europas

Eigentlich wollte ich die letzten 50km bis zum Kap mit dem Rad fahren, aber Erich hat Bedenken. Es ist aber auch wieder sehr schwül heute, vielleicht wieder Gewitter? Und die Höhenunterschiede sind auch nicht zu unterschätzen.


Die Mani, schroffe baumlose Berge, felsige, kaum zu erreichende Küsten, fast menschenleer, irgendwie gefällt mir diese archaische Gegend, hat was Besonderes.

Auffallend sind die Wohntürme in den Dörfern, einst von reichen Familien als Festungen erbaut, immer gab es Kämpfe zwischen den maniotischen Familien. An den steilen Hängen kann man bis weit nach oben noch gut die winzigen Ackerterrassen erkennen, wieviel Mühe dahinter steckt.
Wir fahren zunächst bis Gerolimena, ein letzter kleiner Fischerort, wo wir mal wieder einen Frappé trinken. Ein Kiesstrand lädt zum Baden ein, glasklares Wasser.
Und weiter gehts auf schmaler Straße, zum Glück kaum Verkehr, bis zum südlichen Ende der Mani, gleichzeitig der südlichste Punkt des Peloponnes. Vom Parkplatz, auf dem wir später übernachten werden, geht ein Wanderweg zum Leuchtturm,  weiter geht es wirklich nicht.

Nach ca. 45 Minuten haben wir ihn erreicht, bei Sonne dürfte der Weg ganz schön mühsam sein.



Sagte ich schon,  dass ich ein immer gerne irgendwo am letzten Ende stehe? Und jetzt stehen wir am südlichsten Punkt Europas (Festland), den ein ziviler Mensch erreichen kann. Der eigentlich südlichste Punkt in Tarifa/ Spanien ist nämlich militärisches Sperrgebiet. Wieder ein Rekord, ha! Auf dem Rückweg schauen wir uns noch die Ausgrabung genauer an.

Nach der Rückkehr kehren wir in der Taverne in der Nähe des PPs ein, Erich bekommt ein Bier, ich einen Wein und wir teilen uns ein Souvlaki, das Leben ist schön!

12.Oktober

Wir werden von Schüssen und Hundegekläffe geweckt, die Jagdsaison hat begonnen. Nix wie weg hier! Etwas traurig verlasse ich dieses schöne Ende der Welt. Kurz vor Vathia stellen wir uns auf einen Parkplatz mit Meerblick und frühstücken erst einmal.

Schon gestern fand ich diesen Ort sehr beeindruckend, heute schauen wir ihn etwas genauer an. Vathia liegt auf einem Hügel, rundherum die kahle, mondähnliche Landschaft der Mani. Die typischen Wohntürme stehen dicht gedrängt, einige versucht man wohl zu renovieren, aber eher halbherzig. Das Problem ist, dass die Geschossdecken aus Holz zusammenfallen, keine gute Perspektive. Einst muss es ein ziemlich reicher Ort gewesen sein, heute wohnen nur noch zwei Familien das ganze Jahr in Vathia. Wir bummeln lange durch die engen Gassen, behindertengerecht ist es hier wirklich nicht!



Auf der Ostseite der Mani fahren wir weiter Richtung Githio. Die Straße ist erstaunlich gut und kaum Verkehr, trotzdem kommen wir nur langsam voran, zu viele Kurven. Wir halten noch einige Male, erinnern uns, dass wir hier schon früher waren. In Lagia trinken wir noch einen (überteuerten) Frappé, kaufen Seife und Honig und fahren dann bis Githio, wo wir uns auf dem CP Meltemi niederlassen.

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Volles Programm

04 OKTOBER 2019
1.Akt: Mein erster Blick aus dem Fenster meines Schlafzimmers zeigt mir eine schwarze Wolkenwand, da kommt was! Über dem Meer ist der Himmel noch blau und im Osten traut sich die Sonne etwas hervor. Es wird windig, bald so stürmisch, dass wir das Womo mit der Schnauze in den Wind drehen, weil es so wackelt. Und es beginnt zu regnen, ein Regenbogen spannt sich über den Himmel und das Grollen des Gewitters kommt näher. Kurze Zeit später ist das Gewitter direkt über uns, der Regen wird zum Starkregen und es hagelt sogar, sehr laut im Womo.

2.Akt: Das Gewitter zieht weiter, die Wolken auch, die Sonne kommt heraus und der Himmel ist so blau wie seit Wochen. Der Parkplatz hat sich in einen mittelgroßen See verwandelt, siehe oben. Gegen 11 Uhr gehe ich zum Strand, einige Stranddächer haben den Sturm nicht überstanden.

Ich überrede Erich zu einem Strandspaziergang, unser neuer Hütehund findet das nicht so gut.

Wir laufen bis zu einer Flussmündung, dann landeinwärts zurück. Ein Teil der Straße ist so voll gelaufen, dass wir durchs Wasser waten müssen.

Später kommen wir durch ein verlandetes Lagunengebiet, hier blüht es wie in der Lüneburger Heide, blassrosa bis violett, aber aufgrund des Regens stehen auch große Teile unter Wasser.

Das letzte Stück geht es durch Pinienwald zurück. Ein schöner Spaziergang.

3.Akt: Ein Blick auf die Wetterapp kündigt weiteren Regen für den Nachmittag an, deshalb gehen wir jetzt erst einmal schwimmen. Am Strand gibt es eine Dusche, brauchen wir dringend. Anschließend essen wir in der Strandbar einen Salat und Mezes, immer noch bei bestem Wetter. Aber wir sehen schon die nächste Front, die ziemlich schnell herannaht. Erich geht schon mal zum Womo und schließt alle Fenster. Wir können noch fertig essen, aber dann geht es auch schon los, das nächste Gewitter und wieder fast direkt über uns. Zeit für einen ausgiebigen Mittagschlaf.

4.Akt: Um 18 Uhr ist wieder bestes Wetter, um 21 Uhr regnet es schon wieder. Mal sehen, was in der Nacht noch passiert. So ist man irgendwie den ganzen Tag beschäftigt…

P.S. Das ganze Theater fand in Kalogria, Nordpeloponnes, statt, wo wir zwei Tage frei auf einem Parkplatz am Strand stehen.

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Nächste Insel: Levkada/Lefkas

Auf angenehm leeren und vor allem breiten Straßen fahren wirRichtung Preveza. Ein Tunnel unter einer Meeresbucht verkürzt die Strecke gewaltig. Die Insel Levkada ist durch einen Damm und eine Pontonbrücke mit dem Festland verbunden. Im Hauptort Levkada finden wir, nachdem wir mit dem Womo mitten durch die Fressmeile durch sind, einen Parkplatz und schauen uns das Städtchen an. Obwohl es auch hier die üblichen touristischen Einrichtungen gibt, macht doch alles einen ruhigeren Eindruck, gefällt mir.

Später fahren wir bis zum Südende der Insel, Vasiliki, und checken mal wieder auf einem CP ein.

Vasiliki hat eine hübsche Promenade. Die Tavernen liegen direkt am Wasser und man kann beim Essen den ein-und auslaufenden Schiffen zuschauen.

Ich freu mich mal wieder auf eine Radtour in die Berge.

Wir stehen verhältnismäßig früh auf und frühstücken in einem kleinen Café, das erspart den Abwasch. Ich habe ein kleines Dorf ausgesucht, Syvros, nicht allzu weit entfernt. Wir kommen an einem Miniwasserfall

und einem Brunnen vorbei und sind relativ schnell oben. In einer netten Taverne genießen wir einen Frappé.

Es ist ja noch früh am Tage….ein Blick auf die Karte…die Straße geht weiter, schlängelt sich in vielen Kehren aufwärts.

Erich ist nicht begeistert, aber alleine will er mich auch nicht fahren lassen. Also fahren wir noch ins nächste Dorf Agios Ilias, und dann entdecke ich noch einen vielversprechenden Aussichtspunkt, noch einmal 150m höher. Schließlich landen wir auf 750m Höhe über dem Meer. Mein Accu hat noch eine Reichweite von 1km, aber jetzt geht es ja nur noch abwärts. Hier auf der Höhe gibt es noch ein sehr gut erhaltenes, aber verlassenes Kloster.

Die Rückfahrt ist auch nicht ohne, meine Hände schmerzen beim Bremsen, ich muss öfter anhalten.

Am Südende Levkadas gibt es einen sehenswerten Leuchtturm. Da wir es nicht geschafft haben mit dem Rad dorthin zu kommen, fahren wir halt mit dem Womo. Die Straße ist schmal, aber sehr gut und kaum Verkehr, das war auf Korfu schon anders. Der Leuchtturm enttäuscht nicht, er liegt oben auf einem Felsenkap mit viel Aussicht.

Später fahren wir weiter nordwärts, wir suchen vergeblich nach einem SP. Die Zufahrten zu den Stränden sind für uns nicht machbar. In der Nähe von Agios Nikitas fahren wir auf einen CP, nicht schön, dunkel, unter Olivenbäumen, naja…für eine Nacht.

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