Eincheckprobleme und endlich eine Werkstatt für unser Womo

09 JULI 2019
Wir sind rechtzeitig am Fährhafen, um 9.30 soll die Fähre ablegen. Das Check-in ist eine reine Katastrophe. Wir haben gestern Abend schon im Internet eingecheckt, müssen aber trotzdem in die normale lange Schlange. Es dauert…die Automaten, oder die Bediener sind sehr langsam. Endlich sind wir dran, ich halte mein Handy dran, es klickt und die Bordkarten werden gedruckt, toll! Aber dann…es folgt eine weitere Schranke, und die will unsere Bordkarte einfach nicht lesen und öffnet sich nicht. Kein Wunder, denn es sind nicht unsere, sondern die vom Fahrzeug vorher! Ich laufe zurück, suche Personal, niemand zu finden. Also noch mal zum Automaten. Ich versuche die Nummer einzugeben, aber das Touchscreen reagiert so schlecht und die Sonne scheint drauf, immer wieder drücke ich die Tasten, und irgendwann vertippe ich mich natürlich. Irgendwann klappt es und die Bordkarten werden gedruckt, diesmal mit unserem Namen. Erich wurde inzwischen aus seiner mißlichen Lage vor der Schranke befreit und durfte durchfahren. Aber jetzt stehe ich davor, nicht mal zu Fuß kann man durch. Ich warte bis ein Auto kommt. Ein älterer Mann hält seine Karte an den Schalter…nüscht passiert. Auch dieses Paar ist offenbar schon sehr gestresst, wie ich den wütenden Worten entnehme. Ha, ich hab ja jetzt meine Bordingkarte…ich halte sie an den Schalter…sie funktioniert! Der Mann kann durchfahren und ich durchgehen. Was war passiert? Meine Vorgängerin hatte nur die erste Bordingkarte mitgenommen, die anderen werden später gedruckt. Nur auf der ersten, der Hauptkarte, ist das Fahrzeug registriert und nur mit dieser kann man die Schranke öffnen. Ich in meiner Begeisterung dachte, es ginge so schnell, weil wir schon eingecheckt waren, und habe die drei Karten für unsere gehalten. Stress pur!!
Die Überfahrt war dann ok. Wir haben erst einmal ausgiebig gefrühstückt, das Buffet ist reichhaltig. Das Schiff war sehr voll, viele Kinder und ein entsprechender Lärmpegel, ist halt Ferienzeit.

Bereits gestern haben wir in Rostock bei einer Fiatwerkstatt angerufen –> Link. Auch sie haben Urlaubsprobleme, aber wir sollen zum Schauen vorbeikommen. Gleich nach der Ankunft fahren wir dorthin, um 16.00 Uhr sind wir da. Eine Probefahrt des Meisters bestätigt, dass die hinteren Bremsen hinüber sind, aber… die Ersatzteile sind vorrätig und man kann es gleich machen. Toll! Zwei Stunden später ist alles überstanden und wir sind auf den nahen SP in Elmenhorst gefahren. Die Werkstatt ist etwa 5km von Elmenhorst entfernt und wir können sie wirklich nur empfehlen! Trotz Urlaubszeit, da können die Schweden nicht mithalten…

Den nächsten Tag verbringen wir noch in Warnemünde, wir fahren mit dem Rad an der Küste entlang. Die Steilküste ist beeindruckend,

aber Warnemünde ist uns zu voll und zu viel Rummel, großer Kontrast zu Schweden.
Ja, und dann kommt die laaaange Heimfahrt nach Süddeutschland, viel Verkehr, Baustellen, Staus, das übliche Ferienszenario. Wir unterbrechen noch einmal in Coswig an der Elbe, ein ganz urig und liebevoll gestalteter Stellplatz, direkt am Elbufer.


Und wie immer…nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Die Vorbereitungen für die nächste Reise laufen…

LEBEN bedeutet unterwegs zu sein, nicht möglichst schnell anzukommen.

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Garnisonstadt Kristianstad und Wallanders Ystad

07 JULI
Die restlichen Tage am See Asnen waren sehr gemütlich, einkaufen mit dem Fahrrad, Wäsche waschen, Haushalt… Heute geht es weiter Richtung Trelleborg, zunächst nur bis Kristianstad, wo wir uns das Naturum Vattenriket und anschließend das kleine Städtchen anschauen wollen. Es wurde Mitte des 17.Jhdts. gegründet, als dänische Grenzbefestigung gegen Schweden. Das umliegende Sumpfgebiet gab Schutz vor den Angreifern. Die Stadtanlage ist mal wieder quadratisch, praktisch, gut, eine reine Garnisonsstadt, der historische Kern ist sehr gut erhalten.

Heute sind die Sumpfgebiete um die Stadt herum renaturiert, sie sind Weltnaturerbe und im Naturum wird alles gut erklärt und illustriert.

Der nächste Regen wird nicht lange auf sich warten lassen, also schnell zurück zum Womo.

Der SP beim Naturum ist zwar kostenlos, aber nicht so einladend, deshalb beschließen wir nach Ystad an die Ostsee zu fahren, wo wir einen ebenfalls kostenlosen SP direkt am Meer kennen. Er ist erwartungsgemäß ziemlich voll, aber es gibt noch ein Plätzchen für uns, sogar ohne kuscheln.

08 JULI 2019
Bis in die City von Ystad sind es gut 2km, Fahrrad oder zu Fuß? Wir entscheiden uns für letzteres, denn das Aus-und Einladen der Räder ist auch mit Arbeit verbunden. Die Entscheidung war gut, ein kleiner Fußweg geht direkt am Meer entlang bis zur Marina, dann über die Gleise und schon ist man in der City. Auch dieses Mal bin ich begeistert von Ystad, die kleinen niedlichen Häuschen mit Rosenbüschen und Malvenblüten an den Hauswänden, selten habe ich eine so blumenreiche Stadt gesehen. Das ganze erinnert sehr stark an Dänemark, war es ja auch über viele Jahrhunderte. Ystad hat das Potenzial für „eines der schönsten Dörfer…“, ach ja, dass war ja in Frankreich. Naja, und dass die Wallanderkrimis hier spielen, muss ich wohl nicht extra erwähnen.

Wir schlendern zum ehemaligen Franziskanerkloster, und dieses Mal gehen wir auch in das Museum, weil man sonst nicht in die Kirche kommt –> Link. Der Rosengarten beim Kloster hat durch den Regen ziemlich gelitten.

Am Stortorget genehmigen wir uns einen Kaffee und einen Kladkaka (Schokoladenkuchen). Von hier könnte man eine Stadtrundfahrt in einem alten Feuerwehrauto machen, aber wir müssten eine Stunde warten.

Zurück nehmen wir den gleichen Weg wieder am Wasser entlang. Es beginnt zu regnen, aber da sind wir schon fast am Womo. Später fahren wir nach Trelleborg, stellen uns wieder auf den altbekannten Platz, auch wenn er inzwischen 100Sek kostet. Aber wir wollen wegen unserer Bremsen kein Risiko eingehen, die Geräusche sind inzwischen unüberhörbar. Der Platz ist inzwischen auf die doppelte Größe angewachsen, es wurde offenbar eine Fläche aufgeschüttet und begrünt. Man kann jetzt auch direkt am Wasser stehen, diese Plätze waren jetzt am Abend natürlich schon besetzt. Aber wir haben noch einen ruhigen Platz weit weg von der lauten Straße bekommen. Und später war alles richtig voll, Hochsaison.

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Växjö und weiter zum See Åsnen

03 JULI 2019
Auch wenn der CP nicht so toll ist bleiben wir eine weitere Nacht, denn wir wollen heute mit den Rädern in die City. Växjö gilt als Hauptstadt des Glasreiches, hat gut 60000 Einwohner, ist also ein größerer Ort, sogar mit Universität. Ein angenehmer Radweg führt uns direkt ins Zentrum. Wir bummeln durch die Fußgängerzone und kommen zum Dom mit seiner schönen Turmfassade. Der Bau wurde im 14.Jhdt. begonnen, aber immer wieder neu gestaltet. Interessant sind der gläserne Altar und die Glasfenster, schließlich sind wir im „glasriket“.

Am Abend treibt es mich noch einmal aufs Rad, denn Växjö liegt mal wieder an einem sehr schönen See. Ich fahre nordwärts und komme zur Schlossruine Kronoberg –> Link , natürlich schon geschlossen.

Weiter gehts über die Insel Hissö

Eine Fußgängerbrücke bringt mich auf die winzige Insel Musö, die ich in einer halben Stunde zu Fuß umrunde.

Direkt neben dem CP gibt es einen riesigen Badeplatz mit Sprungturm etc.

und eine Marina ist auch nicht weit.

04 JULI 2019
Das Wetter…jeden Tag wird es kälter und heute regnet es auch noch, schade! Wir wollen zum See Åsnen, ein ziemlich großer See mit vielen Inseln und Buchten. Dort wollen wir noch ein paar Tage auf einem CP bleiben, ehe wir nach Deutschland zurück müssen.Wir fahren über kleine Straßen, teilweise auf einem Damm quer durch den See mit seinen vielen Inseln und Halbinseln. Unterhalb der Straße sehen wir einen kleinen CP und beschließen spontan hier zu bleiben, eine gute Entscheidung. Gegen Mittag beginnt es zu regnen und es stürmt ordentlich. Deshalb haben wir uns nicht in die erste Reihe gestellt,wäre noch Platz genug gewesen, aber wir haben aber trotzdem Seeblick. Der CP hat ein sehr nettes Café mit äußerst leckerem Kuchen! Ansonsten war chillen angesagt. Wir hatten mit einem überfüllten CP mit hauptsächlich deutschen Womos gerechnet, sind aber angenehm überrascht, dass der CP noch soo viele freie Plätze hat. Man könnte Boote zum Angeln mieten und natürlich auch Kanus.

Schade, dass es so kalt geworden ist, ich würde so gern in den See springen.

05 JULI

Man kann es kaum glauben…wie vom Wetterbericht angekündigt: heute morgen strahlender Sonnenschein, und das soll den ganzen Tag so bleiben. Unserer geplanten Radtour steht also nichts im Wege. Ich habe eine schöne Runde um einen Teil des Sees ausgearbeitet, allerdings gut 60km lang. Es ist immer noch sehr windig und trotz Sonne ziemlich kalt, wir ziehen vorsichtshalber Mütze und Handschuhe an. Die ersten Km laufen auf wenig befahrener Straße, dann überqueren wir eine Brücke und kommen von unserer Insel Sirkö aufs „Festland“ und das westliche Ufer des Sees. Und jetzt wird es schön: wir fahren die ganze Zeit auf einem alten Bahndamm direkt am Ufer ohne Autoverkehr.–> Link

Es ist der Banvallsleden, führt teilweise durch den Nationalpark Åsnen. Alle paar km sind herrliche Rast- und Badeplätze angelegt.–> Link

Wir fahren bis zu einem Café, wo es auch ein Lunch gibt, heute Chili con carne, sehr lecker. Inzwischen ist es warm geworden und wir können draußen essen. 45km sind geschafft, der Rest läuft wieder teilweise auf Straßen, und immer bergauf und bergab. Da wir anfangs sehr sparsam mit unserem Akkustrom waren, können wir es jetzt laufen lassen. Eine tolle Tour!
Am Abend werden wir noch mit einem sehr schönen Sonnenuntergang belohnt, den wir aus dem Womo anschauen, denn es ist wieder ziemlich kühl geworden.

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Wanderung im Store Mosse

01 JULI 2019

Heute heißt es Abschied nehmen von Annika und Jonas, schön war es, aber irgendwann geht alles zu Ende. Und wir müssen mal wieder unserer Pläne ändern. Da wir nirgends einen Termin für die Reparatur unseres Womos bekommen haben, wird die größere Rundtour durch Südschweden gecancelt, leider! Weiter nördlich wollen wir nicht, weil die Bremsen unseres Womos immer noch Sorgen bereiten. Also südwärts, aber mit Zwischenstationen und nicht auf dem direkten Weg, wir haben ja noch etwas Zeit. Wir verlassen Boras in südöstlicher Richtung und fahren zum Store Mosse, ein Nationalpark mit der größten Moorfläche Südschwedens. Im dortigen Naturum schauen wir uns ausgiebig um, wie immer in Schweden ist alles wunderbar dokumentiert und hier kann man einiges nachlesen
–> Link
Ein Teil des Parkplatzes ist für Womos reserviert und hier kann man kostenlos übernachten (Frischwasser und WC, leider nicht ganz ruhig, aber nachts kaum Autoverkehr). Da wir für morgen hier eine Wanderung ausgesucht haben, ist das natürlich sehr praktisch.
Heute steigen wir nur noch auf den Aussichtsturm. Einige Kraniche sind noch da, aber sie sind zu weit weg. Und wir schauen, wo der morgige Wanderweg beginnt.

02 JULI 2019

Kävsjön runt, 12km, das sollten wir schaffen. Und wir haben es geschafft. Der Weg geht streckenweise auf Holzbohlen, die nach dem Regen der vergangenen Nacht manchmal etwas rutschig waren, aufpassen war angesagt.

Nach knapp der Hälfte der Strecke kommen wir an eine alte Hofstelle, Södra Svänö, heute kann man hier übernachten wenn man sich den Schlüssel besorgt, und ein Nebengebäude ist als Raststuga geöffnet.

Wie immer liegt Brennholz bereit und man könnte einen alten Ofen benutzen.
Um das Gehöft herum weiden noch einige Kühe, sie arbeiten heute als „Landschaftsschützer „, sonst würde alles „verwalden“.

Nach 3,5 Stunden sind wir wieder am Womo, das letzte Stück ist sogar dreispurig

Es sieht arg nach Regen aus, aber wir kommen trocken zurück. Eine weitere Nacht wollen wir nicht auf dem Stellplatz bleiben, ist doch ziemlich laut und nah an der Straße. In Växjö wollen wir auf einen CP. Der erste ist leider voll, aber der CP Evesdal hat noch viel Platz. Da wir keinen Strom benötigen, werden wir etwas abseits abgeparkt, leider auch nahe der Straße, die aber kaum befahren ist.

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Zur Mittsommerzeit in Fristad

19 JUNI 2019

Heute wollen wir nun endlich zu meiner Tochter fahren, um mit ihr und ihrem Mann am Freitag das schwedische midsommarfest zu feiern. Bis dahin sind es noch ca. 100km, wir haben also am Morgen viel Zeit.Während Erich „Hausarbeiten“ erledigt,

klettere noch ein wenig in den Felsen herum und schaue mir die Badestelle an.

Die Fußprobe zeigt 16-17 Grad an, das erste Bad muss noch warten.

Und dann wird es Zeit zum Aufbruch. Für die 100km brauchen wir über zwei Stunden, Göteborg begrüßt uns mit vielen Baustellen und einigen Fast-Staus, offenbar sind alle schon auf dem Weg ins Wochenende. Diesmal bin ich mit dem Fahren dran und deshalb gibt es keine Fotos von Göteborg. Irgendwann haben wir die Stadt hinter uns und dann läuft es.
Schon unterwegs sahen wir, dass wir wohl in ein Gewitter hineinfahren würden. Und so ist es, ein kräftiges Gewitter mit viel Regen und sogar Hagel prasselt auf uns nieder und bringt angenehme Abkühlung.

21 JUNI

Heute ist es soweit, Midsommarafton, in Schweden eines der größten Feste. An diesem Nachmittag sind wirklich alle Schweden irgendwo auf einer Festwiese. Alles ist geschlossen und die Straßen sind leer. Mittags gibt es traditionell neue Kartoffeln mit eingelegten Heringen in verschiedenen Saucen. Blumenkränze werden geschmückt und dann kann es losgehen. Wir fahren wie schon öfter nach Solviken. Hier finde ich es besonders schön, denn hier sind wir wohl die einzigen Touristen. Das Wetter spielt mit, lediglich der Wind ist etwas unangenehm. Beim Schmücken der midsommarstang, eine Art Maibaum, helfen viele mit, er wird anschließend mit vereinten Kräften aufgerichtet und anschließend wird um den Baum getanzt, immer wieder lustig. (Bilder anklicken)


Ich habe vor einigen Jahren schon einmal über Midsommar in Solviken geschrieben, dort gibt es ähnliche Bilder –> Link

Die zwei Wochen bei meiner Tochter vergingen wie im Flug. Bei herrlichstem Wetter haben wir fast täglich im nahen See gebadet, sind gewandert und haben im Haus und Garten geholfen.

23 JUNI 2019

Ein Highlight während unseres Familienbesuches: eine lange Wanderung, die hatte ich mir als Geburtstagsgeschenk von meiner Tochter gewünscht. Annika und Jonas haben die Umrundung des „Haussees“ ausgesucht, dabei kommt man an sieben Badestellen vorbei, oder neun, wenn man die Hundebadestellen mitzählt.

Nach der Hälfte der Strecke machen wir eine Pause mit Mittagseinkehr und natürlich Baden beim Almenäs-Badeplatz, dem größten und schönsten von Borås. Bis hierher war die Strecke sehr naturbelassen, immer mal auf und ab über Stock und Stein. Ab jetzt wird es zivilisierter, wir laufen auf Asphalt, aber es gibt viel zu schauen, schöne Villen und eine weitere Einkehr mit Kaffee und Kuchen in einem Sommercafé. Insgesamt sind wir 18km gelaufen, wir haben es aber alle gut geschafft.

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Auf nach Hyppeln, schon mal gehört?

16 JUNI 2019

Das Wetter ist fast zu schön zum Fahren, deshalb schieben wir Bohuslän noch etwas hinaus. Auf der Autobahn fahren wir ein Stückchen nordwärts, aber bereits nach ca. 100km biegen wir ab zur Küste. Ich möchte noch mal nach Långasand, wo wir früher oft gestanden sind, man sogar auf den Strand fahren konnte.

Viel hat sich nicht verändert, aber übernachten darf man nicht mehr. Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang durch das NSG Vesslunda.

Am Nachmittag fahren wir auf den CP Apelviken in Varberg, eine richtige Urlaubsmaschine. Nun ja, eine Nacht…und es gibt noch ACSI-Rabatt. Varberg ist ein recht hübsches Städtchen, ein alter Badeort. Wir kennen es bereits und lassen es diesmal aus. Nähere Informationen deshalb z.B. hier –> Link

17 JUNI

Die Zeit wird uns knapp, wollen wir doch rechtzeitig vor Midsommar bei meiner Tochter sein. Geplant waren einige Tage in Bohuslän, die Schärenküste nördlich von Göteborg, aber die Womoreparatur hat uns zwei Tage gekostet, und das Geräusch ist leider nicht weg!!!
So planen wir jetzt um, wir werden nur die Eckerö-Inseln, nördlich von Göteborg, erkunden. Das sind die südlichsten Inseln von Bohuslän. Wir streifen Göteborg westlich, überqueren die große Brücke über den Götaälv (Maut 9 SEK, ca. 0,90 €, Rechnung kommt ca. 4 Wochen später) und kommen bald zur kostenlosen Fähre,

die uns nach Hönö bringt, dann über einen Damm auf die Nachbarinsel Eckerö. Am Hafen gibt es einen großen SP, nicht besonders schön, aber als Standquartier gut geeignet. Das Wetter ist gut, aber seehr windig hier direkt am Wasser. Egal, die Fahrräder kommen raus und wir gehen auf Entdeckungstour. Die Inseln sind ja winzig, drei Inseln „schaffen“ wir heute. Zunächst fahren wir zum NSG Ersdalen, laufen dort etwas herum, ist aber nicht soo aufregend.

Es ist neben Vogelbeobachtung ein bevorzugtes Klettergebiet für Boulderer, und schon bald kommen uns die „Matratzenträger“ entgegen. Wir radeln weiter und kommen bald zur großen Brücke nach Fotö (ö=Insel).

Ein wenig kommt hier Lofotenfeeling en miniature heraus. Wir fahren zum Hafen und entdecken dort einen ganz tollen, windgeschützten SP, leider haben wir schon auf Eckerö bezahlt.

Zurück geht es auf gutem Radweg recht flott, den wohlverdienten Kaffee im Hafencafé bekommen wir gerade noch um 17.45 Uhr.
Der Wind hat nachgelassen, dafür beginnt es zu regnen. Egal, der Tag war toll.

18 JUNI

Morgens regnet es noch einmal, aber der Wetterbericht verspricht Besserung. Wir können uns also Zeit lassen. Und tatsächlich, der Regen hört auf und immer mehr blauer Himmel setzt sich durch. Also auf nach Hyppeln, schon mal davon gehört? Das ist eine superkleine sehr hübsche Insel. Es gibt eine Marina und im Sommer einen SP, einen kleinen Laden und ein Restaurant, dass aber nur am Wochenende geöffnet hat, es ist noch Vorsaison. Wir mussten sehr lange auf die Fähre warten, sie fährt nicht so häufig. Dafür dauert die Überfahrt nur 10 Minuten.

Endlich kommt sie,

und schon sehen wir Hyppeln,

Auf der Insel machen wir eine Komplettumrundung, ein wunderschöner Spazierweg, vorbei an einem Badeplatz,

mehrere Rastplätze laden zum Verweilen ein, topp.

2,7km zeigt mein Wandernavi am Ende. Hier bleiben oder weiterfahren? Wir denken an den tollen SP auf Fotö und beschließen zurückzufahren. Diesmal haben wir Glück, gerade kommt eine Fähre und nimmt uns mit, obwohl sie erst noch zur nördlichen Insel Rorö fährt, eine kostenlose kleine Seefahrt bei herrlichstem Wetter. Und dann sind wir schnell auf dem tollen SP, ich koche und wir können draußen essen. Besser gehts nicht!

Vom Stellplatz auf der Insel Fotö kann man wunderbar auf die rückliegenden Felsen klettern und hat dort eine prima Aussicht

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Womoprobleme, Werkstattsuche und zwei tolle Kunstwerke

(kleine Fotos zum Vergrößern anklicken)

12.Juni

In der Nacht regnet es heftig, und als ich morgens aus dem Fenster schaue, sehe ich…nichts, fast nichts. Dichter Nebel hat sich ausgebreitet. Ok, wir sind am Meer, aber wir haben Juni! Also noch eine Runde weiter schlafen, unsere gebuchte Fähre geht ohnehin erst am Nachmittag. Am späten Vormittag wechseln wir noch auf den stadtnahen Stellplatz von Travemünde, um noch ein wenig im Ort bummeln zu gehen. Trotz des schlechten Wetters ist auf der Flaniermeile einiges los, es reißt uns aber nicht vom Hocker. Natürlich wollen wir ein Fischbrötchen essen, und wir bekommen auch ein sehr leckeres, dazu ein Flens.
Um 15.00 Uhr soll unsere Fähre, ein Schiff der TTline, eigentlich ablegen, es wird aber eine Stunde später. Das Einchequen ist gewöhnungbedürftig, es gibt kein Personal mehr, was den Prozess aber nicht beschleunigt, eher das Gegenteil. Irgendwann sind wir an Bord und suchen gleich unsere gebuchte Tageskabine auf. Wir haben eine Frontkabine, aber dazu müssen wir erst einmal durch das ganze Schiff.

Wir nehmen sehr gerne eine Tageskabine, sie sind günstig und man kann sich doch auf der langen Fahrt zurückziehen und ausruhen, lesen etc.
Noch einmal dürfen wir Travemünde bestaunen, diesmal aus anderer Perspektive.

Gut, dass wir eine Kabine haben! Es wird eine sehr schaukelige Überfahrt, ein starkes Gewitter und viel Regen, Sicht fast null, das Nebelhorn tutet. Aber im Bett ist es gemütlich.

Um kurz vor Mitternacht können wir das Schiff verlassen. Schweden empfängt uns mit Blitz und Donner. Jetzt könnten wir gleich am Ortsausgang von Trelleborg auf den SP fahren, aber wir kennen besseres. Obwohl wir wegen des heftigen Regens kaum etwas sehen, fahren wir noch einige Kilometer, biegen links ab zur Halbinsel Falsterbo und suchen den Parkplatz, den wir von früher kennen. Auch hier riesige Pfützen auf dem geschotterten Platz und wir sind nicht sicher, ob uns die Wiese trägt. Aber alles gut und wir schlafen wunderbar.

13.Juni

Am Morgen scheint wieder die Sonne, die Gewitterfront ist durch. Wir schauen erst einmal, wo wir gestern gelandet sind.

Schön hier

Man könnte vielleicht schon baden…?
Wir fahren erst einmal landeinwärts, weg von der Küste, nach Lund, wo wir uns den berühmten Dom anschauen wollen. Der angesteuerte Parkplatz ist nicht mehr zu erreichen, stattdessen kurven wir vergeblich durch die Innenstadt. Und dann dieses Bremsgeräusch! Da muss was geschehen. Wir suchen einen Fiathändler, in Malmö gibt es einen. Leider hat er gar keine Zeit, aber wir bekommen eine andere Adresse, wenige Km entfernt. Aber auch hier werden wir abgewiesen, keine Termine. Immerhin telefoniert er und wir können am nächsten Morgen zu einer Werkstatt fahren, um 8 Uhr! Und nun? Der SP in Malmö liegt genau am anderen Ende, und morgens wieder durch die Stadt zurück? Da sind wir schneller in Lund, dort checken wir auf einem CP neben einem Freibad ein. Heiß ist es inzwischen geworden, das Schwimmbad ist gut besucht mit entsprechendem Geräuschpegel. Nach einer längeren Pause machen wir uns noch auf den Weg und kommen nun doch noch zu unserem Dombesuch, leider nur von außen, inzwischen ist er geschlossen. Macht nix, trotzdem sehenswert.

In Lund befindet sich die größte Universität Skandinaviens mit über 40 000 Studenten, entsprechend groß ist das Angebot an Restaurants und Kneipen. Wir finden ein gemütliches Restaurant und kehren dort ein.

14.Juni

Früh müssen wir aufstehen, um kurz nach 8 Uhr sind wir vor der Werkstatt. Und jetzt wird es kurios: der Meister will das Womo in die Werkstatt fahren, dreht den Scnlüssel herum und es passiert….nüscht! Hä? Batterie kaputt? Nö, volle Spannung. Letztlich ist es eine durchgebrannte Sicherung. So ein Glück, dass das direkt vor der Werkstatt passiert ist, denn so eine Sicherung hat man normalerweise nicht im Handgepäck. Nun ja, in der Werkstatt wird der Wagen angehoben, die Bremsbeläge sind noch ok, bröseln aber ab, weil eine Bremsscheibe defekt ist. Der Meister hat sie nicht vorrätig, aber binnen einer Stunde wird sie von einem Kurierdienst gebracht, toll! Um die Mittagszeit ist alles fertig und wir etwas ärmer.
Wie schön, dass wir so dicht am Meer sind. Während das Womo in der Werkstatt ist, mache ich einen kleinen Spaziergang und entdecke gleich einen hübschen Wanderweg,

der mich zu einem kleinen Aussichtspunkt führt. So stadtnah, und gleich ein Naturschutzgebiet.

Das Wetter ist phantastisch, warm und sonnig. Jetzt bloß raus aus der Stadt! Wir nehmen die Autobahn und fahren noch bis zur Halbinsel Kullaberg, genauer nach Höganäs. Der große SP auf Beton gefällt uns allerdings gar nicht, da wissen wir einen besseren auf der anderen Seite in Svanshall. Er hat nur 5 Plätze, aber wir haben Glück und stehen jetzt direkt am Wasser mit wunderbarer Sicht.

15.Juni

Genug gefahren in den letzten Tagen! Heute bleibt das Auto stehen. Der Wetterbericht meldet für den Nachmittag Regen, aber erst einmal scheint die Sonne, es ist warm und wir können zum ersten Mal draußen frühstücken, mit tollem Meerblick. Heute wollen wir zur Mikronation Ladonien, uns endlich Nimis und Arx anschauen, zwei Kunstwerke des Künstlers Lars Vilks, nur aus angeschwemmtem Treibholz hergestellt. Näheres dazu gibt es –> Link
Vor zwei Jahren waren wir schon einmal hier auf der Halbinsel –> Link, fanden aber für unser Womo keine Parkmöglichkeit und mussten leider weiter fahren. Heute stehen wir auf einem SP in Svanshall und die 10km sind kein Problem für uns. Wir fahren so weit es geht und schließen die Räder an einen Pfosten. Und von nun an wird es spannend, der Weg ist steinig und knorrig, teilweise rutschig und feucht und seehr steil abwärts. An manchen Stellen muss man sogar etwas schwindelfrei sein. Unbedingt gutes Schuhwerk anziehen!

Aber dann wird man belohnt: NIMIS ist wirklich etwas besonderes, das Treibholz ist mit tausenden von Nägeln zu einer quasi Burg zusammengezimmert worden. Sie ist begehbar und man kann überall herumklettern (in Deutschland gäbe es wohl keine TÜV-Abnahme). Auch wir können es nicht lassen darin herumzuklettern.

Etwas weiter entfernt, über große Blocksteine zu erreichen,

befindet sich das zweite Kunstwerk, ARX, ebenfalls burgähnlich, aber aus vielen kleinen Strandsteinen gebaut.

Der Weg wieder hinauf ist zwar mühsam, aber bei weitem nicht so schwierig. Die Sonne hat sich leider inzwischen verabschiedet und es ziehen bedrohlich dunkle Wolken auf. Wir verzichten deshalb auf eine Einkehr im Sommercafé Himmelstorp, es gibt ja noch ein weiteres Café näher am SP. Aber dann beginnt es wirklich zu regnen und wir sausen zurück nach Svanshall. Gerade schaffen wir es noch die Räder in die Womogarage zu verstauen, dann geht es voll zur Sache: ein Gewitter, Sturmböen und Starkregen. Glück gehabt, alles richtig gemacht!

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