Volles Programm

04 OKTOBER 2019
1.Akt: Mein erster Blick aus dem Fenster meines Schlafzimmers zeigt mir eine schwarze Wolkenwand, da kommt was! Über dem Meer ist der Himmel noch blau und im Osten traut sich die Sonne etwas hervor. Es wird windig, bald so stürmisch, dass wir das Womo mit der Schnauze in den Wind drehen, weil es so wackelt. Und es beginnt zu regnen, ein Regenbogen spannt sich über den Himmel und das Grollen des Gewitters kommt näher. Kurze Zeit später ist das Gewitter direkt über uns, der Regen wird zum Starkregen und es hagelt sogar, sehr laut im Womo.

2.Akt: Das Gewitter zieht weiter, die Wolken auch, die Sonne kommt heraus und der Himmel ist so blau wie seit Wochen. Der Parkplatz hat sich in einen mittelgroßen See verwandelt, siehe oben. Gegen 11 Uhr gehe ich zum Strand, einige Stranddächer haben den Sturm nicht überstanden.

Ich überrede Erich zu einem Strandspaziergang, unser neuer Hütehund findet das nicht so gut.

Wir laufen bis zu einer Flussmündung, dann landeinwärts zurück. Ein Teil der Straße ist so voll gelaufen, dass wir durchs Wasser waten müssen.

Später kommen wir durch ein verlandetes Lagunengebiet, hier blüht es wie in der Lüneburger Heide, blassrosa bis violett, aber aufgrund des Regens stehen auch große Teile unter Wasser.

Das letzte Stück geht es durch Pinienwald zurück. Ein schöner Spaziergang.

3.Akt: Ein Blick auf die Wetterapp kündigt weiteren Regen für den Nachmittag an, deshalb gehen wir jetzt erst einmal schwimmen. Am Strand gibt es eine Dusche, brauchen wir dringend. Anschließend essen wir in der Strandbar einen Salat und Mezes, immer noch bei bestem Wetter. Aber wir sehen schon die nächste Front, die ziemlich schnell herannaht. Erich geht schon mal zum Womo und schließt alle Fenster. Wir können noch fertig essen, aber dann geht es auch schon los, das nächste Gewitter und wieder fast direkt über uns. Zeit für einen ausgiebigen Mittagschlaf.

4.Akt: Um 18 Uhr ist wieder bestes Wetter, um 21 Uhr regnet es schon wieder. Mal sehen, was in der Nacht noch passiert. So ist man irgendwie den ganzen Tag beschäftigt…

P.S. Das ganze Theater fand in Kalogria, Nordpeloponnes, statt, wo wir zwei Tage frei auf einem Parkplatz am Strand stehen.

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Nächste Insel: Levkada/Lefkas

Auf angenehm leeren und vor allem breiten Straßen fahren wirRichtung Preveza. Ein Tunnel unter einer Meeresbucht verkürzt die Strecke gewaltig. Die Insel Levkada ist durch einen Damm und eine Pontonbrücke mit dem Festland verbunden. Im Hauptort Levkada finden wir, nachdem wir mit dem Womo mitten durch die Fressmeile durch sind, einen Parkplatz und schauen uns das Städtchen an. Obwohl es auch hier die üblichen touristischen Einrichtungen gibt, macht doch alles einen ruhigeren Eindruck, gefällt mir.

Später fahren wir bis zum Südende der Insel, Vasiliki, und checken mal wieder auf einem CP ein.

Vasiliki hat eine hübsche Promenade. Die Tavernen liegen direkt am Wasser und man kann beim Essen den ein-und auslaufenden Schiffen zuschauen.

Ich freu mich mal wieder auf eine Radtour in die Berge.

Wir stehen verhältnismäßig früh auf und frühstücken in einem kleinen Café, das erspart den Abwasch. Ich habe ein kleines Dorf ausgesucht, Syvros, nicht allzu weit entfernt. Wir kommen an einem Miniwasserfall

und einem Brunnen vorbei und sind relativ schnell oben. In einer netten Taverne genießen wir einen Frappé.

Es ist ja noch früh am Tage….ein Blick auf die Karte…die Straße geht weiter, schlängelt sich in vielen Kehren aufwärts.

Erich ist nicht begeistert, aber alleine will er mich auch nicht fahren lassen. Also fahren wir noch ins nächste Dorf Agios Ilias, und dann entdecke ich noch einen vielversprechenden Aussichtspunkt, noch einmal 150m höher. Schließlich landen wir auf 750m Höhe über dem Meer. Mein Accu hat noch eine Reichweite von 1km, aber jetzt geht es ja nur noch abwärts. Hier auf der Höhe gibt es noch ein sehr gut erhaltenes, aber verlassenes Kloster.

Die Rückfahrt ist auch nicht ohne, meine Hände schmerzen beim Bremsen, ich muss öfter anhalten.

Am Südende Levkadas gibt es einen sehenswerten Leuchtturm. Da wir es nicht geschafft haben mit dem Rad dorthin zu kommen, fahren wir halt mit dem Womo. Die Straße ist schmal, aber sehr gut und kaum Verkehr, das war auf Korfu schon anders. Der Leuchtturm enttäuscht nicht, er liegt oben auf einem Felsenkap mit viel Aussicht.

Später fahren wir weiter nordwärts, wir suchen vergeblich nach einem SP. Die Zufahrten zu den Stränden sind für uns nicht machbar. In der Nähe von Agios Nikitas fahren wir auf einen CP, nicht schön, dunkel, unter Olivenbäumen, naja…für eine Nacht.

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Einmal Korfu, immer Korfu?

23 SEPTEMBER 2019
Sicher nicht! So schön die Insel ist, so hat sie doch einige gravierende Nachteile.
1. Die Straßen sind für Womos absolut grenzwertig, schmal, kurvig, viele Schlaglöcher, viel Verkehr. Besonders in den Bergdörfern ist es zeitweise so eng, dass kein Begegnungsverkehr möglich ist. Die Einheimischen kennen das und finden immer schnell eine Ausweiche, aber die vielen Touristen mit den kleinen weißen Mietautos bleiben vor Schreck mitten in der Kurve stehen, wenn sie uns sehen. Außerhalb scheinen die Olivenbäume geradezu nach unserem Womo zu greifen, anstrengend das Ganze.
2. Die Insel ist ja nicht sehr groß, dafür gibt es sehr viele Touristen. Die Küsten-und Badeorte haben alle jahrmarktähnlichen Charakter, Tavernen, Souvenirshops, Autovermietungen etc. reihen sich aneinander entlang der meist einzigen Straße und aus jedem Laden plärrt laute Musik.
3. Der Müll. Selten haben wir entlang der Straßen und in der Natur so viel Müll gesehen, meistens Plastikflaschen und Dosen, die achtlos weggeworfen werden. Die vorhandenen Müllcontainer sind meistens offen und der daneben gestellte Müll wird offenbar nicht mitgenommen. Die CPs und die privaten Areale sind dagegen sehr sauber, hier liegt kein bisschen Müll herum.
Dennoch bin ich froh diese schöne Insel kennengelernt zu haben. Alle Leute, mit denen wir zu tun hatten, waren äußerst freundlich und hilfsbereit. Die CPs waren zu dieser Zeit sehr leer und man konnte sich die schönsten Plätze aussuchen. Auch Freistehen war völlig unproblematisch, sowohl an der Küste als auch in den Bergen. Gerne hätte ich noch mehr Bergwanderungen unternommen, aber die Hitze bremste uns oft aus.

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Korfu-Stadt, oder sind wir doch in Italien?

22 SEPTEMBER 2019
Und zum Abschluss endlich nach Korfu!
Wir haben gut und sehr ruhig auf unserem Müllplatz übernachtet und am Morgen kann ich mir ein Bad an unserem Privatstrand nicht verkneifen. Aber dann gehts Richtung Korfu. Die Strecke heute ist ok.,nicht soo schwierig. Trotzdem muss man in den engen Ortsdurchfahrten wieder gut aufpassen und so brauchen wir für 45 km weit mehr als eine Stunde. Für Korfu haben wir einen größeren PP einprogrammiert, wir finden ihn auch auf Anhieb, aber natürlich keine Chance für uns. Wir wollen schon wieder hinausfahren, da sehen wir einen großen leeren PP direkt am Hafen. Da hier Parkgenühren zu entrichten sind, ist er wohl leer. Wir zahlen gerne die 6 € und bekommen gleich gesagt, dass es bis zum nächsten Morgen um 9 Uhr gilt, das ist doch echt klasse. Jetzt haben wir den ganzen Tag Zeit, der PP ist bewacht, so what.
Wir laufen los, am Wasser entlang und kommen bald in die Altstadt. Das italienisch/ venezianische Flair dieser Stadt ist nicht zu leugnen, enge Gassen, gemütliche Plätze, schöne alte Bürgerhäuser, die vielen Arkaden, das gefällt mir sehr.

^AAuch die überwiegend touristischen Läden haben hier ein anderes Niveau, so bummeln wir lange durch die Gassen, trinken einen Frappé und essen eine Kleinigkeit. Über den weitläufigen Platz Esplanaden kommen wir zur Alten Festung aus dem 16.Jhdt. Sie wurde von dem Deutschen Adligen von Schulenburg geplant und gebaut, der in der venezianischen Armee diente.Die Festung wurde durch einen Kanal von der Insel getrennt und immerhin gelang es von Schulenburg, Korfu vor den Türken zu retten.Nun interessieren mich solche martialischen Orte nicht so sehr, aber die Aussicht von oben soll toll sein, und so ist es. Die Festung ist wirklich riesig, wir steigen ganz hinauf, oben ist ein kleiner Leuchtturm, und wir werden nicht enttäuscht: uns zu Füßen breitet sich die ganze Stadt aus, der Blick geht weit bis nach Albanien und unseren Pantokrator sehen wir natürlich auch.Müde kommen wir zum Womo zurück, das inzwischen im Schatten liegt. Ruhig ist der PP nicht, aber dawir morgen früh auf die Fähre wollen, die gleich nebenan abfährt, beschließen wir hier zu bleiben.

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Zweite Woche auf Korfu


15.-22. September


Von unserem CP in der Nähe von Sidari im Norden der Insel unternehmen wir einige Radtouren, eine führt uns zum Kap Drastis, die nordwestlichste Ecke Korfus. Von oben hat man einen hervorragenden Ausblick auf die hohen Lehmfelsen und die vorgelagerten Inseln.9

Etwas weiter kommen wir zum Restaurant 7th Heaven. Hier wurde ein Glasvorbau gebaut, so dass man noch besser hinunterschauen kann mit leichtem Nervenkitzel. Zum Sonnenuntergang muss es hier wirklich toll sein, aber sicher nicht grade einsam.

Ich möchte ein wenig vom Hinterland sehen, aber mit dem Womo ist das schwierig. Also kommen auch hier die Fahrräder zum Einsatz. Bei Komoot habe ich das kleine Bergdorf Nymphes ausgesucht, nichts spektakuläres, aber ein Trinkwasserbrunnen, in dem die Nymphen angeblich schon gebadet haben, eine Klosterruine und eine alte Ölmühle. Wir fahren auf kleinen Nebenstraßen mit wenig Verkehr, aber ordentlichen Steigungen, wie erwartet. Das Dorf selbst ist nicht spektakulär, wie immer eine sehr enge Ortsdurchfahrt, teilweise verlassene Häuser, schön am Hang gelegen.   Es gibt zwei Tavernen, leider beide geschlossen. Etwa einen km weiter kommen wir zu der alten Klosterruine, eigentlich ist nur der Glockenturm erhalten, und im Nebengebäude die Reste einer Ölmühle. Da wir nichts zu essen bekommen, fahren wir wieder hinunter zum CP, das geht ja abwärts schnell.

Und dann gibt es noch ganz in der Nähe den Canal d’amour. Das Wasser hat tiefe canyonartige Einschnitte in den weichen Lehm gegraben. Wer hindurch schwimmt…irgendetwas mit Liebe oder so. Aber auch hier wieder eine Taverne neben der nächsten…

Und noch eine Radtour, zur Zwillingsbucht Timoni, davon habe ich tolle Fotos gesehen. Für Womos wieder schwierig, oben gibt es keine Parkplätze, nur am Straßenrand kann man stehen. Also Fahrrad. Es geht nicht so sehr hoch, aber immer auf und ab, anstrengend, schweißtreibend. Am Ende der Straße gibt es einen Kiosk, der kommt gerade recht und wir trinken erst einmal einen Frappé. Von nun an geht es zu Fuß weiter, ein sehr steiler und schwieriger Abstieg zur Traumbucht in praller Sonne, und ziemlich lang. Nach etwa halben Abstieg kommen wir zu einem sensationellen Aussichtspunkt.Uns reicht es, da wir ohnehin nicht baden wollen, und der Aufstieg ist auch nicht ohne. Für die Rückfahrt nehmen wir eine andere Strecke, eine sehr steile kurvenreiche Nebenstrasse, die uns rasch hinunter bringt in einen Badeort. Leider müssen wir an der anderen Seite wieder hinauf, aber irgendwann kommen wir am Womo an. 28km, aber über 500 schweißtreibende Höhenmeter! Klar, dass wir noch bei „unserem“ El Greco einkehren, wo wir jetzt schon öfter waren. Es ist die älteste Taverne in Sidari und es bedient ein sehr netter deutschsprechender Kellner, der im Hauptberuf Musiker ist.

Nach fünf Tagen in Sidari im Norden vollziehen wir einen Platzwechsel, es geht nach Paleokastritsa, dem größten Ort an der Westküste. Die Lage ist beeindruckend, Steilküste mit vielen kleinen Buchten und schönen Stränden, alle sehr voll, wie überall boomt der Tourismus auch hier. Aber die Berge laden zu einer Wanderung ein. Wir steigen durch Olivenwälder zum Dorf Lakones hinauf, kehren dort bei einem Bäcker ein und genießen bei einem Frappé und sehr leckerem Kuchen die Aussicht. Die Durchfahrtsstraße ist hier einspurig, aber zur Abwechslung ampelgeregelt, alle 7,5 Minuten schaltet sie um. Aber wir sind ja zu Fuß und steigen noch weiter hinauf auf den Berg Arakli, ein schöner, abwechslungsreicher Weg, teilweise ziemlich zugewachsen, aber immer erkennbar.In Paleokastritsa schauen wir uns natürlich noch das Kloster an,  es thront mal wieder hoch oben auf einer vorgelagerten Halbinsel. Wir sind beeindruckt von den vielen Blumen und Pflanzen im Innenhof, die Kirche…naja..

So langsam neigt sich unser Aufenthalt auf Korfu dem Ende zu. Aber wir wollen natürlich noch bis zum südlichen Ende, und mal wieder frei am Strand übernachten. Dazu bietet sich die Lagune Korrission an, ein traumhafter Strand mit einem Dünengürtel, links die Lagune, rechts das Meer, dazwischen ein schmaler Landstreifen mit einer unbefestigten Straße, hier übernachten wir, ganz allein, nachdem die Surfer eingepackt haben.

Von hier ist es nicht mehr weit bis zum südlichsten Kap in der Nähe von Levkimmi, wo wir am nächsten Tag hinfahren. Ein kleiner Spaziergang hinauf, dann stehen wir an einem schwindelerregenden Abgrund. In der Ferne sieht man die Insel Paxi und das Festland. Und natürlich auch hier eine Klosterruine…

Unsere Korfurunde ist fast beendet, aber etwas fehlt natürlich noch: die Hauptstadt Korfu…demnächst..

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Erste Woche auf Korfu

Wieder müssen wir früh aufstehen, um 7 Uhr verlassen wir in Korfu die Fähre . Wir fahren ein paar Kilometer und frühstücken erst einmal auf einem Parkplatz. Bereits jetzt zeigt das Thermometer 25 Grad und es ist schwül. Erst einmal auf einen CP und ein paar Tage ausruhen, war doch alles recht anstrengend die letzten Tage, die Stadt Korfu muss noch warten. Wir wählen den CP Karda in Dassia aus, nicht schlecht, großzügige Parzellen, viel Schatten unter großen Bäumen, 150 m bis zum Meer, aber in absolut touristischer Gegend mit vielen Hotels etc., kein highlight. Egal, der Strand ist nahe und ich kann endlich baden! Das Wasser ist herrlich klar, Kiesstrand zwar, aber nur wenige Meter, dann ist es feinsandig. Wenn es nur nicht so heiß wäre, 32 Grad, alles klebt am Körper und mein Energievorrat ist erschöpft. Zuhause würde ich jetzt in meinen Keller gehen. Die nächsten zwei Tage bleiben wir hier. Die Räder kommen raus und wir fahren ein paar Km. Es gibt keine Radwege und man kann eigentlich nur auf der Straße fahren. Wir fahren zur Kirche Ipanti, die malerisch auf einer Halbinsel liegt. Offenbar fand hier gerade eine Hochzeit statt, besichtigen können wir sie nicht.

Wir fahren weiter nach Gouvia, eine Touristenansiedlung mit vielen Tavernen etc. Interessant ist lediglich eine alte Werftanlage, die aus venezianischer Zeit stammt.

Mir wird es zu heiß, ich will in die Berge, und zwar auf den höchsten Berg, den Pantokrator! Wir fahren ein Stück nach Norden und verlassen dann die Hauptstrasse. Sofort geht es steil bergan. In vielen Kehren windet sich die sehr schmale Straße hinauf, zum Glück ist nicht viel Verkehr.

Zwei Ortsdurchfahrten sind wirklich grenzwertig, und natürlich gibt es hier auch Gegenverkehr. Irgendwie geht es immer, aber es ist sehr anstrengend für Erich und auch für mich. Erschwerend sind zudem die vielen Mietfahrzeuge der Touristen, meistens in weiß. Denen fehlt wohl häufig die Fahrpraxis im Gebirge. Teilweise bleiben sie mitten in einer Kehre stehen, wenn sie uns sehen. Sie fahren zwar nach rechts ran, aber wir kommen an der Innenseite der Kehre nicht herum, denn Erich muss weit ausholen. Weiter geht es bis kurz unterhalb des Gipfels. Dort finden wir eine Möglichkeit am Straßenrand zu parken, oben soll es eng sein und wenig Raum geben. Ich freu mich über einen kleinen Fußmarsch, habe bei Komoot einen kleinen Wanderweg gefunden, der den Weg abkürzt, allerdings ziemlich steil, wenig begangen und entsprechend zugewachsen. Oben dann die erwartete Superaussicht, immerhin sind wir auf dem höchsten Punkt Korfus, über 900m hoch. Wir können zum Festland hinübersehen und Albanien ist nur ein Katzensprung entfernt.

Natürlich schauen wir uns auch das Kloster an.

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Und es gibt eine kleine Cafeteria, wo wir einen Frappé bekommen, uns gehts gut!
Das Womo steht so gut, dass wir beschließen an der Stelle zu übernachten. Wir stehen zwar direkt neben der Straße, aber nachts fährt hier niemand, absolut ruhig.

Am nächsten Morgen werden wir von den Glocken einer Ziegenherde geweckt, ein Schäfer zieht vorbei.

Ich habe gestern auf der Karte gesehen, dass das alte verlassene Dorf Palea Peritheia gar nicht so weit entfernt ist und gut mit einer Wanderung zu erreichen ist. Das Dorf wurde in den 70er Jahren aufgegeben und verfiel allmählich. Vor einigen Jahren wurde es neu besiedelt, inzwischen gibt es einige Tavernen und eine kleine Pension, das ganze Dorf steht aber inzwischen unter Denkmalschutz. Der Weg ist gut bezeichnet, immer bergab, und nach knapp 1,5 Stunden sind wir da.

Gleich am Ortseingang kommen wir an einer Kirche vorbei und wir bekommen eine Privatführung des Popen, der uns alle Fresken erklärt. !üssen wir das alles wissen?

Wir schlendern durch das Dorf, einstmals schöne Häuser sind nur noch Ruinen.

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Aud dem alten Dorfplatz ist wieder Leben

Wir kehren in einer der Tavernen ein, wo wir ein sehr gutes und günstiges Essen erhalten.

Zum Glück ist dieses Dorf noch nicht mit Bussen erreichbar, mit Womo? Trotzdem wird es im Sommer wohl sehr voll sein.

Nun ja, der Weg zurück aufwärts ist es dann etwas anstrengender…Müde kommen wir am Womo an, wir bleiben einfach eine weitere Nacht stehen. Sehr früh auf verlassen wir unseren Platz, um möglichst ohne Gegenverkehr die engen Dörfer zu passieren und hinunter zur Küste zu fahren, eine gute Entscheidung. Auch jetzt kommen wir über eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20km nicht hinaus. Bereits um 9 Uhr sind wir an der Küste, und schon jetzt ist es sehr heiß und wahnsinnig schwül. Wir müssen erst einmal einkaufen, unsere Vorräte sind am Ende. Anschließend fahren wir bis kurz vor Sitia und checken auf dem CP Dolphin ein. Der Platz ist völlig leer, nur zwei Zelte. Der Besitzer zeigt uns alles sehr ausgiebig und wir können uns einen Platz aussuchen. Jetzt stehen wir unter 1000 Jahre (!) alten Olivenbäumen, die Sanitäranlagen sind wohl nicht viel jünger. Aber es ist alles vorhanden und auch sehr sauber.
Am Nachmittag laufen wir noch am Strand entlang nach Sidari, was für ein Kulturschock! Ein Restaurant neben dem anderen, Souvenirshops, Autovermietungen etc., und aus jedem Haus plärrt laute Musik. Sitia ist die Hochburg der Engländer, die fühlen sich hier offenbar wohl. Der eigentlich schöne Sandstrand ist zugestellt mit Sonnenliegen aller Külör, aber irgendwie wirkt alles sehr heruntergekommen. Wir essen eine Kleinigkeit, dazu bekomme ich warmen (!) Weißwein und zum Kühlen Eiswürfel, nee nä! Ich will sofort wieder in die Berge…Nein, wir bleiben ein paar Tage hier, müssen unbedingt Wäsche waschen und das Womo darf auch geputzt werden. Und es gibt hier einiges zum Anschauen, aber davon später…

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Abstecher Nr.2: Modena/Italien

5.SEPTEMBER

Dieser Abstecher ist nicht freiwiĺlig…Aber von vorn. Wir starten am Sonntag morgen sehr früh und freuen uns ohne Gegenverkehr die Kehren des Splügenpasses hinunter zu fahren. Auf freier Autobahn ohne LKWs kommen wir flott durch die Schweiz, an Mailand vorbei, bis kurz vor Bologna. Dann passiert es, der Motor hat einen plötzlichen Leistungsabfall und eine rote Warnlampe leuchtet auf. Mit halber Geschwindigkeit schaffe ich es bis zur nahen Raststätte. Erich öffnet die Motorhaube, und dann sieht er schon, das ganze Kühlwasser läuft aus. Ganz große Sch…Der ACE muss helfen, bei 35 Grad warten wir über eine Stunde auf den Abschleppwagen. Dieser bringt uns zu einer Werkstatt nach Modena, wo wir die Nacht am Straßenrand verbringen. Wenn es nur nicht so schwül wäre!

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Am nächsten Morgen begutachtet der Meister alles, in dieser Werkstatt kann es nicht gemacht werden, eine zweite hat keine Zeit, aber die dritte verspricht uns, dass das Fahrzeug in drei Tagen fertig sein wird. Toll, und unsere Fähre? Der ACE besorgt uns ein Hotelzimmer, sehr chic und…mit Klimaanlage! Die beim ADAC gebuchte Fähre können wir auf einen späteren Termin umbuchen.

Nun ja, dann eben Modena, nicht die schlechteste Alternative. Unser Hotel ist absolut citynah und wir haben ja jetzt viel Zeit. Modena ist eine alte Universitätsstadt mit einer sehr schönen, gut erhaltenen Altstadt, die sogar Weltkulturerbestatus hat, absolut sehenswert. Besonders gefallen mir die vielen Arkaden, sie bieten dringend benötigten Sonnenschutz. UUnd es ist die Geburts-und Heimatstadt von Pavarotti, der hier seine Gesangsausbildung bekam und seine Karriere startete. Das Theater ist nach ihm benannt. Außerdem ist hier die Wiege von Ferrari und Maserati. Am 2. Tag nehmen wir uns das Museo Casa Enzo Ferrari vor. Erich bestaunt die tollen Motoren, vom 6-Zylinder bis zum 12-Zylinder ist alles dabei, ich finde die kompletten Autos interessanter. Alles ist recht gut aufgearbeitet und mit Hilfe unseres Audioguides auch sehr gut verständlich. SSpäter essen wir eine Kleinigkeit in der Stadt und gehen anschließend ins Hotel zurück. Es ist doch sehr heiß, eigentlich zu heiß für einen Stadtbummel.

Am späten Nachmittag des 3.Tages ist unser Womo fertig, alles läuft wieder prima. Wir fahren noch am Abend bis Fano kurz vor Ancona, wo wir schon mehrmals auf dem SP übernachtet haben. So können wir am Donnerstag stressfrei zur Fähre fahren, 12 Uhr Tickets abholen, um 15 Uhr legt die Fähre pünktlich ab. Wir bekommen eine angenehme Außenkabine mit einem Frontfenster. Schön, wenn man sich mal vom Schiffsrummel zurückziehen kann.

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