Endlich wieder schnelles wlan…denkste

Eigentlich wollte ich gleich meinen Blog auf den neuesten Stand bringen und noch einige Bilder hochladen, aber zu Hause wartete eine Überraschung: Telefon tot, kein wlan, nix! Ich hab mich gleich in die Warteschlange der Telekom eingereiht, aber per Ferndiagnose war nichts zu machen. Jetzt warten wir auf den Techniker, der in einigen Tagen kommen wird, hoffentlich.

Aber es gibt auch sonst genügend Arbeit, gestern habe ich sofort die letzten Kirschen gepflückt, ehe sie am Baum verfallen. So früh waren die Kirschen bei uns noch nie reif. Und dann muss natürlich der Rasen gemäht werden, hinterm Haus steht er fast einen halben Meter hoch. Ach ja, das Womo sollte ausgeräumt werden, TÜV ist überfällig, Wäsche muss gewaschen werden…mehr wollt ihr gar nicht wissen. Langeweile wird vorläufig nicht aufkommen.

Und irgendwie freue ich mich jetzt auch wieder zu Hause zu sein. Mal sehen, wie lange wir es hier aushalten.

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Lange Rückfahrt durch Frankreich

Bevor es endgültig heim geht, machen wir noch ein paar Tage  „Urlaub“ auf dem SP in Messanges  an der Atlantikküste, auf dem wir schon bei der Hinfahrt standen. Welch ein Kontrast, auf dem Stellplatz stehen gerade mal 6 Womos, hier sind noch keine Ferien. Der Strand ist bei diesem Wetter gut besucht, jetzt gibt es auch eine bewachte Badestelle. Schnell bin ich im Wasser, die Wellen sind heute nicht so hoch. Inzwischen hat der Atlantik 20° erreicht, eine sehr angenehme Badetemperatur.

Drei Tage später gehts weiter, richtig heiß ist es inzwischen geworden und jetzt beginnen auch die Ferien in Frankreich. Wir fahren auf die Autobahn Richtung Bordeaux. Bereits 30km vor Bordeaux wird der Verkehr sehr dicht, kurzzeitig staut es sich. Das ist aber nicht zu vergleichen mit der Gegenfahrbahn, alle wollen Richtung Süden, kilometerlanger Stau dort. Nach gut 300km haben wir  die Nase voll und fahren in Confolens auf einen CP, sehr schön am Fluss Vienne gelegen, hohe alte Bäume spenden Schatten, alles sehr liebevoll gestaltet.

Ich sehe, dass jemand im Fluss badet, muss ich natürlich auch. Das Wasser ist moorig braun, angenehm kühl und erfrischend. Leider erreicht man auch in der Mitte keine Schwimmtiefe, aber einfach hineinhocken ist schon toll.
Abends wollen wir ins kleine Städtchen gehen zum Essen. Der Ort ist sehr alt, eine Brücke aus dem 13. Jhdt. über den Fluss Vienne, viele wirklich alte Häuser und ein Mittelalterviertel, nur gibt es offenbar keine Menschen mehr, die hier wohnen, alles wirkt  wie ausgestorben.

Mit Müh und Not finden wir noch eine Bar, wo wir auch etwas essen können. Hier gibt es nur ein Gericht, Hühnchen asiatisch, aber offenbar selbst gekocht, kein Convenience, sehr lecker. Und wir sind die einzigen Gäste! Etwas frustriert kehren wir zum CP zurück. Den Plan morgen hier zu bleiben haben wir verworfen.

300km haben wir uns für den nächsten Tag wieder vorgenommen, das reicht bei dieser mörderischen Hitze.
Es ist der erste Tag in Frankreich, an dem man nur noch 80km/h auf zweispurigen Landstraßen fahren darf. Überall leuchten uns die nagelneuen Schilder, die gestern noch verklebt waren, entgegen.

Wir fahren heute etwa 100km auf zweispurigen Straßen, der Rest ist vierspurig oder dreispurig, so kommen wir ganz gut voran. In Digoin gehen wir wieder auf einen CP, Duschen sind bei 35° unverzichtbar. Nicht einmal zu einem Stadtbummel können wir uns heute aufraffen, lieber lasse ich meine Füße im Flüsschen Loire baumeln.

Noch eine Übernachtung kurz vor der deutschen Grenze und dann haben wir es geschafft. Nach fast 6000 km und insgesamt 68 Nächten im Womo sind wir wohlbehalten wieder zu Hause angekommen.

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Die letzten Tage in Spanien

Es gefällt uns in Potes, wir bleiben noch ein paar Tage. Ohnehin ist bei uns etwas die Luft raus, große Unternehmungen werden wir nicht mehr machen.
Das restliche Spanienprogramm ist gestrichen,- ja, auch Bilbao muss auf uns warten, leider-, wir sind einfach satt und wollen allmählich heim. Aber jetzt ist endlich das Wetter super, deshalb nödeln wir ganz gerne auf dem CP herum.
Dennoch holen wir die Räder aus der Garage und fahren die 2km nach Potes, eigentlich nur ein kleines Dorf mit knapp 1500 Einwohnern, dafür um so mehr Touristen, irgendwie ist das die Hauptstadt der Pico de Europa. Es gibt erstaunlich viele Geschäfte und ich kaufe mir heute ein Kleid und eine Hose, muss auch mal sein.

Da die Umleitung erst am Wochenende aufgehoben wird, bleiben wir einfach einen weiteren Tag. Das Wetter ist nicht mehr ganz so gut, die Berge sind in Wolken, aber es ist warm. Unsere kleine Radtour ist ganz schön anstrengend, erst hinauf zum Kloster,

dann wieder abwärts zur Straße, und auf der anderen Seite ein sehr holpriger, steiler Weg, wo wir unsere Räder schieben müssen. Dies ist wohl eigentlich ein Wanderweg, der aber nicht häufig begangen wird. Ich zerkratze mir Arme und Beine am Brombeergestrüpp. Aber irgendwann erreichen wir wieder ein Sträßchen und kommen bald nach Lon, wo wir in einer Bar etwas trinken. Zurück geht es problemlos auf der Straße.
Der CP ist inzwischen sehr voll geworden, Wochenende und Ferienbeginn, Zeit zum Weiterfahren. Die Straße ist inzwischen wieder frei. Wir fahren durch eine sehr enge Schlucht und kommen nach Hermida.

In diesem Dorf gibt es aufgrund der steilen Felswände im Winter keinen Sonnenschein, und leider auch keinen Parkplatz für uns. Auf kurvenreicher Straße kommen wir allmählich tiefer und nach 60 km erreichen wir die Autobahn, die parallel zum Atlantik verläuft. In Islares, zwischen Santander und Bilbao fahren wir bereits um 14 Uhr auf den CP, das Wetter ist zu schön zum Fahren, sonnig und warm. Der Trubel am winzigen Strand haut uns aber fast um.

Deshalb geht es am nächsten Tag gleich weiter. Ich habe mir überlegt, dass heute am Sonntag bei dem schönen Wetter alle am Strand sind und wir den Ausflug zum Kloster Gaztelugaxte machen können. Dieses Kloster liegt auf einer Insel, ist aber über eine Brücke und gut 200 Stufen zu erreichen. Hier will ich unbedingt hin, und leider auch viele andere! Wir kommen durch einige Küstendörfer, alle Strände sind brechend voll und die Orte vollgeparkt. Und natürlich finden wir auch beim Kloster keinen Parkplatz für unser Womo, ohnehin ist hier für Womos verboten. Wir geben auf und entscheiden uns für einen ACSI-CP, weil wir mit denen gute Erfahrungen gemacht haben, und Sonntag abends sollte es schon wieder freie Plätze geben.  Es ist inzwischen nachmittags, wir haben noch nichts gegessen und getrunken, wollen aber endlich ankommen und uns ausruhen. Der CP Itxaspe liegt zum Glück unweit der Autobahn. Wir bekommen den absolut letzten Platz, mal wieder Glück gehabt! Der Platz liegt wunderschön hoch über dem Meer, der Weg hinunter dauert allerdings fast eine halbe Stunde. Heute nicht mehr, wir begnügen uns mit der Aussicht.

Dafür gibt es am nächsten Tag eine kleine Wanderung zum Strand=kato Mendata. Der CP liegt 150m hoch, festes Schuhwerk wird uns empfohlen. Nach kurzem Abstieg kommen wir auf einen bezeichneten Weitwanderweg, den GR 121, der sich direkt an der Küste entlang zieht. Da hier fast überall Steilküste ist, geht es immer auf und ab, aber tolle Aussicht aufs Wasser. Wir nehmen noch den kleinen Abstecher zum „Berg“ Mendata, das toppt die Aussicht noch. Geologisch ist es hier sehr interessant, die Gesteinsschichten ragen im 45°Winkel aus dem Wasser heraus.

 

Das setzt sich im Wasser fort, hier fast senkrecht. Dies ist aber nur bei Ebbe zu sehen, jetzt ist beinahe Hochwasser. Bei Niedrigwasser kann man unten sogar um den nächsten Hügel herum laufen. Der Strand ist sehr schwierig zu erreichen, das letzte Stück ist sehr steil. An einem Seil kann man sich hinunter hangeln, das ersparen wir uns aber, da ohnehin Flut ist. Wir gehen zurück, suchen uns ein nettes Vesperplätzchen, und laufen dann gemütlich zurück zum CP. Das nächste Mal möchte ich den ganzen Weg bis Zurmaia laufen, sind nur 11km.

 

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Picos de Europa

20 JUNI 2018
Irgendwie müssen wir ja mal wieder eine größere Strecke gen Osten zurücklegen. Der Wetterbericht verspricht viel Gutes und ich möchte unbedingt noch zu den Picos de Europa, ein alpenähnliches Hochgebirge unweit der Küste.
Wir fahren zunächst etwa 250km auf mautfreier Autobahn, kommen sehr gut voran, wenig Verkehr, kein Vergleich mit deutschen Autobahnen. Und dann sollen noch etwa 60km auf kleinen Straßen ins Gebirge folgen. Soweit die Theorie. Gleich nach der Autobahnabfahrt wird eine Umleitung angezeigt, ok, fahren wir. Aber wir entfernen uns immer weiter von unserer Route. Die Straße ist schmal, aber gut, alle 20km taucht ein Schild auf nach Potes, unserem Ziel. Immer wenn unser Navi abbiegen will, zeigt die Umleitung geradeaus. Die Strecke ist schön und interessant, nur wollen wir leider ankommen und können sie nicht genießen. Es geht durch ein sehr enges Tal, bei Gegenverkehr muss man aufpassen, dass man nicht am Felsen schrammt. Oben kommt man an einem Stausee vorbei, ehe man die Passhöhe von über 1100 m erreicht. In einem Riesenbogen erreichen wir irgendwann Potes, allerdings von Süden statt von Norden. Und dann sind es nur noch 20km bis Fuente Dé, wo wir morgen wandern wollen. Aus 60km werden 110km und für diese Strecke benötigen wir fast drei Stunden!
Nun ja, in Fuente Dé gibt es einen großen Parkplatz an der Seilbahn, dort haben wir verbotenerweise übernachtet, zusammen mit drei weiteren deutschen Wohnmobilen. Wir stehen ganz am Ende eines Tales, vor uns ragen steile Felswände auf, hier geht es wirklich nicht weiter. Und warm ist es geworden, erstmals über 25° auf dieser Reise. Und so hoch standen wir auch noch nicht, 1078 m hoch!

Als ich am nächsten Morgen die Tür öffne, haut es mich fast um: vor dem Womo erheben sich viele hundert Meter hohe Felswände, darüber knalleblauer Himmel! Noch hat es die Sonne nicht über den Bergkamm geschafft, aber es dauert nicht mehr lange. Die höchsten Berge der Picos sind über 2600 m hoch, also wirklich alpin. So hoch wollen wir heute nicht, aber mit der Seilbahn überwinden wir in 4 Minuten über 700 Höhenmeter. Vorher müssen wir etwas Geduld aufbringen und Schlange stehen, ein Bus mit vielen Schulkindern ist gerade vor uns angekommen. Die Aussicht von der Bergstation entschädigt allemal für die Warterei, sie ist wieder einmal phänomenal, wir können uns kaum losreißen.

Aber wir wollen ja noch etwas wandern. Auf einem breiten Weg steigen wir noch etwas höher bis zu einem kleinen Pass, etwa 1900 m hoch, kommen an etlichen Schneefeldern vorbei, dann abwärts zu einem Berghotel, wo wir auf der Terrasse ein kühles Bier genießen.

Zurück nehmen wir eine Abkürzung, etwas steiler, dafür ein richtiger Bergweg. Und dann gehts mit der Seilbahn wieder hinunter.
Unten ist es sehr heiß, so um die 30°, obwohl immer noch 1000m hoch. Endlich haben wir mal richtig Glück mit dem Wetter, denn die Picos sind sehr häufig in Wolken gehüllt.
Heute brauchen wir einen CP, müssen unbedingt duschen. 20km weiter in Potes chequen wir auf einem komfortablen CP ein und ich nutze erstmals den Swimmingpool.

 

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Praia As Catedráis…Kathedralenstrand

Gestern war endlich mal wieder ein ganz toller Tag. Als wir vorgestern ankamen, wollten wir eigentlich gleich weiter, alles war grau in grau. Und dann heute…schaut selbst!

Der Strand ist nur bei Niedrigwasser zu begehen. Heute war seit langem mal wieder ein schöner Tag, und Wochenende, klar, dass dann auch viele Spanier unterwegs sind.

Und dann haben wir auch noch die Entenmuscheln, percebes,entdeckt, die hier eine Spezialität sind. Ich würde sie ja probieren, aber ich bin nicht so der Fan von Meeresfrüchten. Diese Muscheln wachsen nur in Tidengewässern und sind sehr schwierig und gefährlich zu ernten. Auf youtube gibt es dazu ein spannendes Video.

Aber auch andere Muscheln findet man reichlich.

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Schmale Straßen, steile Klippen, Cabo Ortegal

14 JUNI 2018, 22:37
Es geht weiter nach Osten, zunächst ein Stück auf der Autobahn, dann fahren wir wieder möglichst nahe an der Küste. Hinter Cedeira wird es wieder spannend. In traumhafter Lage schlängelt sich ein kleines schmales Sträßchen die wild zerklüftete Küste hinauf bis auf 600m Höhe. Angeblich sind das die höchsten Klippen Europas, die direkt ins Meer hinab fallen (die norwegischen Klippen sind zwar über 1000m hoch, fallen aber „nur“ in einen Fjord…). Egal, runter fallen möchte ich hier nicht, auch wenn das Meer unter uns heute knalleblau ist. Zahlreiche Windräder nutzen den ständigen Wind in dieser ausgesetzten Lage, hier wird es wohl oft sehr stürmisch sein.

Eine kleine Stichstraße führt zum Wallfahrtsort San Andrés de Teixido. Ein altes galizisches Sprichwort lautet: Wer nicht als Lebender zum Heiligen Andrés kommt, muss als Toter hingehen, und zwar in Gestalt eines Tieres, und wer will das schon.

In Coriño suchen wir vergeblich nach einem Stellplatz, aber wir wissen ja schon…beim Leuchtturm gibt es immer einen Parkplatz. So fahren wir wieder zu einem Kap, dieses Mal das Cabo Ortegal. Wir werden nicht enttäuscht…

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A Coruña

13 JUNI 2018
Vom CP bis zur Bushaltestelle müssen wir noch etwa eine Viertelstunde laufen, der Bus fährt alle 20 Minuten. Bis in die Stadt ist es noch ganz schön weit und wir werden ordentlich durchgeschaukelt.
A Coruña ist anders als alle Orte vorher. Dominierte bisher immer die Granitbauweise, die die Städte grau und dunkel erscheinen lässt, so strahlt A Coruña in weiß. Alle Balkons wurden mit weißen Glasgalerien versehen, die heute in der Sonne strahlen. Auch in den engen Nebengassen sieht man diese Verglasungen in den oberen Stockwerken.

Wir kommen zum Praza Maria Pita, sehr großzügig angelegt. Maria Pita hat irgendwann mal die Stadt vor der Einnahme durch die Engländer gerettet, 1589 versuchte der Engländer Sir Francis Drake vergeblich die Stadt einzunehmen.

Die Altstadtgassen sind nicht so eng wie sonst üblich, nach der Zerstörung im 16. Jhdt. wurde wohl etwas großzügiger wieder aufgebaut.
Nach einem kleinen Mittagsimbiss machen wir uns auf den Weg zum Torre de Hercules, etwa 2 km außerhalb der City auf einer Halbinsel gelegen. Es ist angeblich der älteste Leuchtturm der Welt, der noch in Betrieb ist. Das Innere des Turmes ist römischer Abstammung aus dem 2. Jhdt., die heutige Ansicht wurde im 18. Jhdt. hinzugefügt, und heute ist das Ganze Weltkulturerbe. Wir haben uns die 234 Stufen hinauf bemüht und wurden mit einer sehr weitreichenden Aussicht belohnt.

Pflastertreten macht müde. Noch ein wenig durch die Shoppingmeile bummeln und dann reicht es auch.

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